Im Sommer herrschte Aufbruchstimmung in Berlin. Mit dem neuen Trainer Ante Covic und prominenten Neuzugängen ging der Blick bei der Alten Dame in Richtung Europa. Mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt; ​Hertha BSC steckt in einer sportlichen Krise. Daran ändert auch der erste Saisonsieg am Wochenende gegen Paderborn nichts, präsentierte sich die Hertha doch ideenlos und verunsichert. Wer zieht den Karren nun aus dem Dreck?


Marius Wolf


Spät im Transferfenster sicherte sich die Hertha die Dienste von Marius Wolf. Der Rechtsaußen kam auf Leihbasis vom BVB, per Kaufoption (in Höhe von 20 Millionen Euro!) könnte er nach der Saison fest verpflichtet werden. Der Höhe der Ablöse muss Wolf gerecht werden - sprich: er muss noch in dieser Saison zum Leistungsträger avancieren. Mit seinen Qualitäten am Ball, seiner Mentalität und seiner Flexibilität sind die Vorraussetzungen vorhanden. Und sein Tor gegen Paderborn, ein absoluter Brustlöser, skizzierte schon einmal den Wert, den Wolf für die Hertha haben kann. Obgleich er erst seit wenigen Wochen Herthaner ist: viele Finger werden auf Wolf zeigen, wenn es darum geht, wer vorne weg marschiert.


Javairo Dilrosun

Mit Javairo Dilrosun hat die Hertha einen gar nicht mal so ungeschliffenen Diamanten in den eigenen Reihen. In der letzten Saison (seiner ersten für die Hertha), spielte er phasenweise so gut, dass er sogar für die niederländische Nationalmannschaft nominiert wurde. Zwei Oberschenkel- und eine Muskelverletzung bremsten den 21-Jährigen dann allerdings aus. Dilrosun will nun wieder angreifen - und zeigte das gegen Paderborn eindrucksvoll. Per Sololauf der Extraklasse spielte er die Ostwestfalen am Samstag auseinander und erzielte das so wichtige 1:0 für die Alte Dame. Er kann der Offensive die bitter benötigte Spielfreude und Unberechenbarkeit verleihen.


Dodi Lukebakio


20 Millionen Euro könnten nach der Saison für Marius Wolf anfallen. Diese Summe zahlte die Hertha bereits in diesem Sommer für Dodi Lukebakio. Der schnelle Stürmer soll das Konterspiel der Alten Dame beleben und mittelfristig das offensive Aushängeschild des Vereins werden. An der Seite von Spielern wie Javairo Dilrosun oder Marius Wolf keine ganz so schlechte Idee. Bisher lahmt der Motor des Belgiers aber noch; in vier Bundesligaspielen für die Hertha steht erst ein Treffer auf dem Konto. Gegen Paderborn degradierte Covic den 22-Jährigen auf die Bank. Es wird Zeit, dass er in Berlin durchstartet.​


Niklas Stark


Der deutsche Nationalspieler sucht noch nach seiner Form. Als Abwehrchef und Vizekapitän erwartet man in Berlin allerdings Top-Leistungen von dem 22-Jährigen. Stark muss schleunigst in die Spur kommen und die Mannschaft anführen. Bisher gelang ihm das in dieser Saison noch nicht, auch wenn sich der Innenverteidiger ein ums andere Mal als Lautsprecher an den Mikrofonen der anwesenden Journalisten unter Beweis stellte. Bei der Hertha kennt man die Qualitäten von Niklas Stark - und man erwartet, dass er seine PS auch auf die Straße bringt.


Arne Maier

Er ist das vielleicht prächtigste Schmuckstück in einer talentierten Hertha-Mannschaft: Arne Maier. Der deutsche U21-Nationalspieler war in der bisherigen Saison verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt. Eigentlich stand er nun vor seinem Comeback, verletzte sich im Training aber am Innenband und muss erneut wochenlang pausieren. Ohne Maier wirkt das Berliner Mittelfeld kopflos; auf seiner baldigen Rückkehr ruhen ganz viele Hoffnungen in der Hauptstadt.

Daishawn Redan


Für knapp 2,7 Millionen Euro eiste die Hertha im Sommer Daishawn Redan vom FC Chelsea los und soll namhafte Konkurrenz ausgestochen haben. Der 18-Jährige bringt das Potenzial zum X-Faktor mit und findet in Berlin ein Umfeld vor, in dem sich junge Spieler hervorragend entwickeln können - und vor allem Einsatzzeit bekommen. Der Youngster könnte noch in dieser Saison wichtig werden, bislang absolvierte der Stürmer aber erst 20 Bundesliga-Minuten für die Alte Dame. Immerhin: Bei den Amateuren erzielte Redan in der Regionalliga bereits vier Tore und sammelte zudem einen Assist.


Eduard Löwen

Auch im Fall Eduard Löwen soll die Hertha namhafte Konkurrenz ausgestochen haben. Sieben Millionen Euro flossen im Sommer aus Berlin nach Nürnberg. Zwischenfazit: Ganz schön viel Geld für einen Parkplatz auf der Hertha-Bank. Erst zwei Kurzeinsätze durfte Löwen für seinen neuen Arbeitgeber absolvieren, der 22-Jährige befindet sich noch im Wartestand. Ante Covic braucht nach einem miesen Saisonstart Lösungen und neue Impulse: vielleicht sollte er es doch mal mit Eduard Löwen probieren. ​