​Nach drei Jahren ging für ​Renato Sanches das Kapitel ​FC Bayern München zu Ende. Der zentrale Mittelfeldspieler hat die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters im Sommer um die Freigabe gebeten, da er sich ​durch einen Vereinswechsel bessere Chancen auf mehr Einsatzzeiten erhoffte. Bei seinem neuen Arbeitgeber, dem französischen Erstligisten OSC Lille, lief es für den 22-Jährigen bislang allerdings auch nicht wirklich rund.


In der letzten Saison fiel Sanches weniger durch seine sportlichen Leistungen, sondern vielmehr durch seine ​ständigen Unmutsäußerungen über seine Situation auf. Der Europameister beschwerte sich mehrmals über seine geringen Einsatzzeiten und sorgte damit immer wieder für Unruhe. Ein Abschied im Sommer zeichnete sich bereits früh ab. Da die Bayern-Bosse den Youngster ursprünglich behalten wollten, wechselte Sanches erst nach dem ersten Spieltag nach Frankreich.


Mit einer Ablöse von 20 Millionen Euro ging der Portugiese bei Lille als teuerster Neuzugang in die Vereinsgeschichte ein. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an den Mittelfeldspieler, der in Frankreich mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat. Zweimal durfte der Ex-Münchner bislang von Beginn an ran. Reichlich Kritik von der französischen Presse musste der 22-Jährige nach seinem Auftritt im Champions-League-Gruppenspiel gegen Ajax Amsterdam (0:3) einstecken. In der Liga kam Sanches zuletzt lediglich zweimal als Einwechselspieler zum Zug.


Sanches "muss sich anpassen"


"Wenn ich höre, dass Renato Sanches ein schlechtes Match (gegen Ajax, Anm. d. Red.) gemacht hat, dann muss ich lachen, weil es dieselben Leute sind, die in einem Jahr sagen werden, dass Renato Sanches großartig ist", nahm Präsident Gerard Lopez den Neuzugang bei Canal Football Club (via Sport Bild) in Schutz. "Er ist ein Spieler, der Zeit braucht. Bei uns hat er keinen Druck."


Auch Cheftrainer Christophe Galtier brach für den Rekordneuzugang eine Lanze. "Man muss geduldig und nachsichtig mit ihm sein", betonte der 53-Jährige, der die scharfe Kritik an Sanches nicht wirklich nachvollziehen. "Nur, weil er Renato Sanches heißt, muss er nicht der Retter des Teams sein. Ich möchte nicht, dass der ganze Druck auf ihm lastet." Fehlende Motivation kann man dem Benfica-Eigengewächs nicht vorwerfen. "Renato arbeitet viel. Er muss sich anpassen, sein Tempo wiedererlangen", so Galtier.