Eine Mannschaft so umzugestalten, dass sie nach einem Katastrophenjahr schnellen und offensiven Fußball spielen soll, ist alles andere als eine leichte Aufgabe. Bisher hat David Wagner das mit ​Schalke 04 geschafft, und dahinter steckt eine große Veränderung: Die Spieler laufen schlicht wieder.


Ein aggressiver, offensiver und schneller Fußballstil sei das, was man auf Schalke entwickeln möchte. Das gaben S04-Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer David Wagner aus, um den Verein mittel- und langfristig stabil und wieder erfolgreich zu machen. Nun ist die Saison noch sehr jung, und trotzdem erkennt man an wichtigen Aspekten, wie sehr man das Team bereits verändert hat. 


S04 beim Laufen: Vom Schlusslicht bis zu den Besten


Während Königsblau in der letzten Saison auf dem letzten Platz lag, was die Laufleistung betrifft (113 Kilometer pro Spiel), befindet man sich nun bei ganz anderen Zahlen. Die Mannschaft läuft in der aktuellen Saison pro Spiel ganze 3,1 Kilometer mehr, was für den intensiven Fußball, den man spielen lassen möchte, auch enorm wichtig ist. 


Auch bei den gemachten Sprint-Läufen sieht man eine deutliche Steigerung. Der Bild nach hat man bisher 235 Sprints pro Spiel zählen können, was zurzeit der Topwert der Liga ist. Für das schnelle Umschaltspiel ist das ein elementarer Bestandteil, um so schnell wie möglich - und möglichst gefährlich - vor das gegnerische Tor zu kombinieren. 


Aus diesen Statistiken sticht ein Spieler besonders hervor: ​Amine Harit. Sein starker Saisonstart ist bei weitem nicht nur das Ergebnis von "zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort", sondern von harter Arbeit. Harit arbeitet hart im Training, was sich auch im Spiel zeigt. Mit 57,6 absolvierten Kilometern und 146 Sprints ist er an der Spitze dieser Kategorien.


Benito Raman birgt ebenfalls noch Potenzial


Dazu kann noch Benito Raman durchstarten, wenn er aus seiner Verletzungs-Pause genesen zurückkehrt. Auf die jeweilige Einsatzzeit runtergerechnet schlägt Raman Harit sogar bei den Sprints pro Spiel mit der Bestmarke von 40. Wagner wird hoffen, dass er dies fortsetzen kann. Ein Einsatz gegen RB Leipzig am kommenden Samstag wird für ihn vermutlich aber noch zu früh kommen. 


Insgesamt zeigen diese Statistiken das erwartete Bild: Schon in England, während seiner Zeit bei Huddersfield, war David Wagner ein klarer Verfechter vom intensiven Lauf-Fußball. Dieser ist dringend notwendig, um Schlüsselelemente (zum Beispiel das Umschalten) zu beherrschen. Bislang kommt die Mannschaft damit gut klar, was sich auch an dem kleinen, erarbeiteten Lauf in der Liga ablesen lässt.