​Unsere Gesellschaft wird virtuell immer sozialer. Das betrifft insbesondere auch die Welt des Profi-Fußballs. Sandro Wagner ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Im Gespräch mit t-online hat sich der 31-Jährige über die sozialen Medien geäußert - und ein verheerendes Urteil gefällt.


"Soziale Medien sind für mich ein ganz großes Übel", erklärte der Angreifer, der ​mittlerweile in China für Tianjin Teda sein Geld verdient. Gutes Geld, rund 7,5 Millionen Euro im Jahr, soll Wagner im Reich der Mitte einstreichen. Dennoch sagt er: "Wir sind als Menschen nicht anders als beispielsweise diejenigen, die für acht Euro in der Stunde unsere ältere Generation pflegen.“


Genau das störe ihn auf Facebook, Instagram und Co. Dort werde eine "glatt geleckte Glamour-Welt" vorgeheuchelt. "Ich finde das immer ein wenig befremdlich, wenn Kollegen das ganze Wohnzimmer wie ein Fußball-Museum dekorieren", so Wagner. Für die nächste Generation liege in dieser Schein-Welt eine ganz große Gefahr. Nämlich die, "dass unsere Kinder immer dümmer und letztlich auch unglücklicher werden. Weil sie falschen Vorbildern hinterher eifern".


Abgewinnen kann er den sozialen Medien und ihrer Nutzung nicht viel. "Wie dort miteinander umgegangen wird, so stumpf, asozial, sinnlos. Ich finde diese Entwicklung krank", machte er deutlich.


Er selbst verzichtet übrigens auf einen offiziellen Auftritt in den Netzwerken. "Ich werde immer hingestellt wie ein Steinzeitmensch, nur weil ich diesen Quatsch nicht aktiv nutze", befand Wagner. Versucht hat er es aber mal - anonym habe er sich während eines Trainingslagers bei Instagram angemeldet, "um zu schauen was dort so abgeht".


Wagners Fazit: Ihm fehlten die Worte. "Da frage ich mich schon, wo soll das noch hinführen? Dazu leben dort Leute davon, ihr Leben mit anderen zu teilen. Die können nichts und kriegen Geld dafür, wenn ich ihnen beim Frühstücken zuschaue."