​Werder Bremen fällt momentan am meisten durch das große Verletzungspech auf. ​Gefühlt liegen bereits zwei ganze Teams im Lazarett und vor wenigen Tagen gesellte sich auch Hoffnungsträger Niclas Füllkrug dazu. Trainer Florian Kohfeldt hat mit seinem Schützling emotional mitgelitten, wie er berichtete.


Zu Beginn der Saison für rund 6,5 Millionen Euro von ​Hannover 96 an die Weser gewechselt, war Niclas Füllkrug eine Art Hoffnungsträger. Zum einen sollte er möglichst den Abgang von Max Kruse kompensieren, zum anderen nach dem ersten Spieltag die Sturmnot beseitigen. 


Füllkrug-Verletzung lässt Kohfeldt emotional werden


Nun allerdings ist auch er Opfer der üblen Verletzungswelle von Werder Bremen geworden. ​Beim Training zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Als Füllkrug vor Schmerz schreiend auf dem Boden lag, wusste Trainer Florian Kohfeldt direkt Bescheid, wie er dem kicker mitteilte: "Jeder am Platz wusste sofort: Da ist etwas Schlimmes passiert."


Kohfeldt leitete die Trainingseinheit noch zu Ende, doch beeilte er sich anschließend, um zu erfahren, was die ersten, groben Untersuchungen ergaben. Füllkrug und Kohfeldt verbindet ein spezielles Verhältnis. "Wir kennen uns schon sehr lange, schon seit seinen Jugendzeiten", erklärte der Werder-Coach. "Ich habe natürlich verfolgt, welche Rückschläge er hatte, wie er sich immer wieder zurückgekämpft hat."


Durch drei Knorpelschäden in seinen Knien wurde der Stürmer bereits zurückgeworfen, nun erfolgte am Montag die notwendige Operation. ​Diese sei gut verlaufen, teilte der Verein mit. Dass er nach seiner Verletzung im Frühjahr, aus der er sich mit anstrengender Reha kämpfen musste, nun erneut eine schwere Verletzung hinnehmen und überwinden muss, sei "ein schwerer, trauriger Moment" für alle Beteiligten. ​

Vertrauen in Füllkrug ist gegeben


Dennoch beteuert Kohfeldt, dass man selbstredend weiterhin vollstes Vertrauen in den Neuzugang habe. Grob gesagt sei es ein "simpler Kreuzbandriss, der halt geflickt werden muss, und dann gehts weiter", doch benötige auch dieser Vorgang seine Zeit. Ein Zusammenhang mit vorigen Verletzungen besteht nicht, so Sportchef Frank Baumann. Durch diesen Ausfall wird Bremen massiv nach hinten geworfen, ​ein Ersatz ist kaum möglich. Einen vertragslosen Profi möchte man indes nicht verpflichten. "Das kann ich mir aus verschiedenen Gründen nicht vorstellen", betonte Baumann.