Der BVB hat ​in Frankfurt zwei wichtige Punkte liegen gelassen. In Dortmund herrscht Ambivalenz: einem überragenden Fußball treten fehlende Ergebnisse gegenüber. Das zeigte sich auch gegen Eintracht Frankfurt. Die Tops und Flops zur Partie. 


Flop: Marco Reus


Für Silberware braucht der BVB einen ​Marco Reus in Topform. Davon ist der deutsche Nationalspieler derzeit aber weit entfernt. Auch gegen Frankfurt tauchte der Dortmunder Kapitän phasenweise ab, fand vor allem im ersten Durchgang überhaupt nicht statt. In Durchgang Zwei wurde Reus besser, verpasste aber kurz vor dem Ausgleich die große Chance auf das 3:1. Motzte anschließend am Sky-​Mikrofon - zwar nicht zu unrecht, doch das hätte der Kapitän auch gelassener moderieren können. Aktuell nicht der x-Faktor, den der BVB braucht.


Top: Axel Witsel


Führung übernahm gegen Frankfurt stattdessen Axel Witsel. ​Der Belgier schipperte einmal mehr fehlerfrei durch das Mittelfeld und bestach mit seiner überragenden Passqualität. Erzielte zudem das 1:0 und legte das zwischenzeitliche 2:1 für Jadon Sancho vor. Überragender Auftritt von "Chaloupe".


Flop: Raphael Guerreiro


Als Aushilfslinksverteidiger brillierte Rapahel Guerreiro gegen Leverkusen und Barcelona. Gegen die SGE offenbarten sich dann aber die defensiven Mängel des Portugiesen. Vor allem gegen Ende der Partie wurde Guerreiro auf seiner linken Seite teilweise überrannt und konnte den Defensivverbund nicht stabilisieren. Mittelfristig kann Guerreiro so keine Dauerlösung auf der linken Abwehrposition sein.

Top: Thorgan Hazard


Während Guerreiro in der Abwehr aushilft, streiten sich die beiden Neuzugänge Julian Brandt und Thorgan Hazard um den freien Platz auf dem linken Flügel. Nach einem durchwachsenen Auftritt gegen Ex-Club Leverkusen rotierte Brandt vorerst auf die Bank und Hazard durfte sich gegen Barcelona und Frankfurt beweisen. Gegen die SGE sprühte der Belgier vor Spielfreude, bereitete das 1:0 durch Landsmann Witsel vor und war ständiger Brandherd. Vergab die große Chance zum 3:1, zeigte ansonsten aber, warum man ihn für viel Geld verpflichtet hat.


Flop: Mats Hummels 

Mats Hummels musste nach einer guten Stunde mit Rückenproblemen ausgewechselt werden. Kurz darauf fiel zwar der Führungstreffer für den BVB, doch es fehlte an defensiver Stabilität und präzisem Spielaufbau. Das brachte die Eintracht zurück ins Spiel. Auf Hummels kann der BVB derzeit nicht verzichten; umso bitterer wäre nun ein längerer Ausfall des Rückkehrers. 


Top: Mario Götze


Mario Götze befand sich in der abgelaufenen Saison noch auf dem aufsteigenden Ast, fiel im Verlauf des Sommers aber schon wieder aus dem Raster. Lucien Favre betonte zuletzt, dass Götze auch in der vergangenen Spielzeit zu Beginn außen vor war; eigentlich ein schwacher Trost. Nach zuletzt vier Spielen ohne Einsatzminuten, durfte Götze gegen Frankfurt 15 Minuten auf dem Platz stehen. Konnte seinen Stempel zwar nicht aufdrücken, kriegt aber zumindest wieder ein wenig Spielzeit.


Flop: Die Mentalität

Marco Reus antwortete auf die Frage nach der BVB-Mentalität pikiert. Und auch wenn der Kapitän damit Recht hatte, dass die SGE nicht durch fehlende schwarz-gelbe Mentalität zum Ausgleich kam, muss ebendiese doch thematisiert werden. Borussia Dortmund hat einfach noch keine Meistermentalität. Das zeigte sich in Frankfurt sowohl nach dem 1:0, als auch nach dem 2:1. Michael Zorc fand nach der Partie die richtigen Worte: "So spielt keine Spitzenmannschaft".