Ende Januar konnten die Fans von ​Borussia Mönchengladbach den letzten Heimsieg feiern, eine sehr lange Durststrecke. Dank Marcus Thuram und einer deutlich besseren zweiten Halbzeit konnte man das Spiel gegen ​Fortuna Düsseldorf drehen und den Heimfluch nach acht Monaten besiegen.


Marcus Thuram war für ​den Heimsieg der Gladbacher ebenso wichtig, wie er nach dem Spiel gegenüber den Reportern und Journalisten bescheiden war. In nur 23 Minuten drehte er das Spiel mit einem Doppelpack, nachdem etliche Teamkollegen zuvor gescheitert waren. 


Thuram als Matchwinner - doch das sieht er anders


Der Rheinischen Post nach wehrte sich Thuram regelrecht dagegen, der "wichtigste Mann" gewesen zu sein. Immer wieder betonte er, dass dies zwar ein besonderer Tag für ihn sei, doch ließ er nie die Wichtigkeit des Teams außen vor. Der im Sommer für neun Millionen Euro aus Frankreich (EA Guingamp) gekommene Stürmer war aber doch der Spieler, der den Knoten platzen ließ. Für den Youngster doppelt schön - war er doch nach einem mäßigen Saisonstart bei vielen Anhängern doch schon deutlich in der Kritik.


Nach der ​Blamage in der Europa League gegen den Wolfsberger AC (0:4) war der Heimsieg aber vor allem für die komplette Mannschaft eine Erlösung. "Es war ein wichtiger Sieg für uns", so Trainer Marco Rose danach. Die Niederlage unter der Woche hatte viel Kritik aufkommen lassen - umso wichtiger, dass man diesen Erfolg nun feiern konnte; auch, weil es zunächst nach einer weiteren Enttäuschung aussah. 


Für Sportdirektor Max Eberl hatte Rose durch seine Wechsel auch großen Einfluss auf den späten Sieg. Durch ein "gutes Händchen" wurde Thuram zum entscheidenden Spieler, der die Chanchen endlich zu nutzen wusste. Zuvor vergab die Fohlenelf mehrere, sehr gute Chancen. Breel Embolo vergab im Eins-Gegen-Eins gegen den Düsseldorfer Keeper Zackary Steffen, Raffael ließ das Aluminium des Tor-Gehäuses zittern.


Rose schöpfte das Wechsel-Potenzial aus


Auch Yann Sommer ist sich des Einflusses der Wechsel bewusst gewesen: "Es ist gut, solche Jungs von der Bank bringen zu können." Zuvor habe man jedoch "in der ersten Halbzeit nicht genug investiert", so der Torwart weiter. "Wir freuen uns sehr für Marcus. Es ist immer wichtig, nochmal frischen Wind reinzubekommen."


Dass Thuram überhaupt von der Bank aus ins Spiel kam, und nicht in der Startelf stand, hatte einen Grund: "Andere waren fitter als ich", sagte er offen und verständnisvoll. Auch Max Eberl zeigte Verständnis dafür und verwies auf die hohe Anzahl an Spielen, die der französische Neuzugang innerhalb kurzer Zeit absolviert hatte.


Entgegen seines Willens wurde Thuram von den Fans anschließend, und völlig zurecht, zum Spieler des Spiels gewählt.