Nachdem Borussia Dortmund in den vergangenen Transferperioden tief in die Tasche gegriffen hat, werden die Westfalen regelmäßig mit so manchem Spieler in Verbindung gebracht. Für viele Akteure ist der BVB mit Sicherheit eine attraktive Anlaufstelle, doch ob wirklich etwas hinter den Gerüchten steckt, ist von außen nur schwer zu beurteilen. In der folgenden Übersicht fasst 90min noch einmal die aktuellsten Transfergerüchte zusammen.


 Erling Haaland

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Der Name Erling Haaland ist nach dessen geglücktem Debüt in der Champions League in aller Munde. Für RB Salzburg erzielte der 19-jährige Shootingstar in neun Pflichtspielen 17 Tore, der Hattrick gegen KRC Genk war bereits sein vierter in dieser Saison.


Laut unseren englischen Kollegen sollen Scouts von insgesamt 15 Premier-League-Klubs seinen furiosen Auftritt beim 6:2 über den belgischen Meister im Stadion verfolgt haben, ​unseren Informationen zufolge ist Borussia Dortmund der Top-Favorit auf einen Transfer.

​Selbstverständlich hält der BVB regelmäßig Ausschau nach jungen Talenten, denen aufgrund ihres hohen Potenzials eine große Karriere bevorstehen könnte. Aber mit Paco Alcácer und Mario Götze ist der Kader im Sturm ordentlich besetzt. 


Tormaschine Alcácer (26 Tore in 39 Pflichtspielen) traf in allen vier Bundesligaspielen, an ihm führt überhaupt kein Weg vorbei. Götze könnte im Sommer ablösefrei gehen, doch ob dann ein Spieler mit dem Potenzial von Haaland die richtige Alternative ist, dürfte einerseits aufgrund des steigenden Preises und andererseits wegen den eigenen Interessen des Spielers als fraglich eingeschätzt werden.


Unabhängig davon sollte man seine Entwicklung in aller Ruhe beobachten. Ja, 17 Tore in 9 Spielen sind ein starker Wert, aber wie jeder junge Spieler wird auch Haaland irgendwann mit einem Formtief zu kämpfen haben. Wie er sich auf internationalem Niveau schlägt, wird in den kommenden Monaten aber intensiv verfolgt.


Odsonne Edouard

Odsonne Edouard

Odsonne Edouard ist ein Eigengewächs von Paris St. Germain, seit zwei Jahren läuft der 21 Jahre junge Mittelstürmer für Celtic Glasgow auf. Nach einem Jahr auf Leihbasis überwies der schottische Serienmeister im Sommer 2018 10,3 Millionen Euro nach Frankreich, in 94 Einsätzen erzielte Edouard 39 Tore und lieferte 17 Vorlagen.


Laut The Guardian sollen mit dem SSC Neapel und der AS Rom zwei Spitzenklubs aus Italien ein Auge auf den französischen U21-Nationalspieler geworfen haben, Calciomercato bringt auch Borussia Dortmund ins Spiel. 

​Das italienische Online-Portal gilt nicht gerade als seriöse Quelle, aber Edouard passt in das Profil, nach dem der BVB Ausschau hält. Er ist ein mitspielender Stürmer, der bei Gegenstößen von seinem enormen Sprinttempo Gebrauch macht, ein gutes Positionsspiel im Strafraum besitzt und sicher am Ball agiert. 


Im schottischen Oberhaus erzielte er in der abgelaufenen Saison 15 Tore, neun davon mit seinem bevorzugten rechten Fuß. Sein Vertrag läuft bis 2022, doch auch bei Edouard stellt sich die Frage: Benötigt der BVB ein solches Talent, wenn mit Paco Alcácer bereits ein gestandener Stürmer im Kader steht? Der Werdegang von Alexander Isak hat bewiesen, dass sich dieses Risiko nicht immer auszahlt.


Nemanja Matic

Nemanja Matic

Neben den vielen jungen Spielern, die die Dortmunder in ihren Reihen besitzen, ist der Kader auch mit routinierteren Akteuren gespickt. Im Sommer kehrte Innenverteidiger Mats Hummels zurück, im zentralen Mittelfeld ist Axel Witsel der Dreh- und Angelpunkt und im offensiven Mittelfeld überragt Marco Reus.

Mit Nemanja Matic wird nun ein weiterer, international erfahrener Profi mit Schwarz-Gelb in Verbindung gebracht. Einem Bericht des englischen Boulevardblatts The Sun zufolge steht er beim BVB, Juventus Turin und den Mailänder Klubs AC und Inter auf dem Zettel.


Matics Vertrag bei Manchester United läuft im kommenden Sommer aus, allerdings besteht die Option auf ein weiteres Jahr. 2017 wechselte er auf Wunsch von José Mourinho für 44,7 Millionen Euro vom FC Chelsea zu den Red Devils, unter Ole Gunnar Solskjaer wurde er in der Premier League in dieser Saison erst zwei Mal eingesetzt.


Der 1,94 Meter große defensive Mittelfeldspieler besitzt die Erfahrung von 189 Partien in Englands höchster Spielklasse, kann zudem 43 Einsätze im Europapokal vorweisen. Aber: Im August wird er 32 Jahre alt, bei einem ablösefreien Wechsel dürfte er neben einem großzügigen Handgeld auch ein ordentliches Gehalt verlangen - und eigentlich gibt es in Dortmund keinen Platz für ihn.


​Lucien Favre bevorzugt ein 4-2-3-1 System. Im defensiven Mittelfeld ist Axel Witsel gesetzt, daneben kämpfen Julian Weigl, Thomas Delaney und Mahmoud Dahoud um den freien Platz. In den ersten Spielen genoss Weigl den Vorzug, mittlerweile hat Delaney die Nase vorn. Aufgrund der hohen Qualität aller Spieler wird Matic nicht benötigt, ein Transfer macht daher keinen Sinn.