Die Personalsituation beim ​SV Werder Bremen bewegt die Verantwortlichen und Trainer Florian Kohfeldt zu ungewöhnlichen Maßnahmen. So standen im Spiel gegen RB Leipzig gleich fünf Akteuere im Kader, die bisher kaum Profi-Erfahrung sammeln konnten. In Zeiten der dünnen Personaldecke könnten genau diese Youngster zu Werders Segen werden.


Am Ende verlor der SVW vor heimischem Publikum mit 0:3, konnte aber trotzdem mit einer soliden Leistung zufrieden sein. Die aktuell enormen Ausfälle kann der Kader nur schwer kompensieren und so fehlt Kohfeldt Woche für Woche viel Qualität. Hoffnung gibt es zumindest aus der zweiten Garde, diese konnte sich nun vor allem durch zwei Profis empfehlen.


Für Benjamin Goller war es erst der zweite Einsatz für Bremen überhaupt, trotzdem fand er sich gegen den Tabellenführer in der Startelf wieder. Durch den Ausfall von Niclas Füllkrug warf ihn Kohfeldt als Angreifer ins Rennen, der trotz der Unterlegenheit für Tempo und Ideen sorgen sollte. Mit der Erfahrung von gerade einmal einem Kurz-Einsatz am vergangenen Wochenende, überraschte der 20-Jährige über die gesamte Spielzeit.


Sturm-Duo für die Zukunft?


Gemeinsam mit dem ebenfalls noch extrem jungen Josh Sargent sorgte er im Sturm für viel Wirbel. Mit einigen Ballkontakten und gefährlichen Angriffen war es dabei vor allem der ehemalige ​Schalker, ​der viel Eigenwerbung betreiben konnte. Sturm-Kollege Josh Sargent konnte dem Spiel zwar kaum seinen Stempel aufdrücken, doch stellte sein Potential bereits öfter unter Beweis.


Beide Youngster sind bei Werder definitiv Kandidaten für die Zukunft, die nun erstmals gemeinsam auf dem Platz standen. Mit Tempo und Durchschlagskraft könnten sie in den kommenden Wochen immer wieder für Gefahr sorgen, dabei entwickeln sich beide Profis stets weiter. Für den ebenfalls hoch angepriesenen Goller ist Werder zudem der erste Klub, bei dem er sich dauerhaft Chancen auf einen ​Bundesliga-Platz ausrechnen kann.


Ein weitere Nachwuchs-Hoffnung kam gegen die Leipziger ebenfalls zu einem unverhofften Debüt. Luc Ihorst ist nur 19 Jahre alt und lief in dieser Saison ausschließlich für die Regionalliga-Auswahl des SVW auf. Dabei sorgte der Stürmer für fünf Torbeteiligungen und wurde nun erstmals von Kohfeldt in den Kader berufen. In der 80. Spielminute war es dann soweit und Ihorst kam zu seinem ersten Einsatz im deutschen Oberhaus.


Bremer Nachwuchs hat einiges zu bieten


In den zehn Minuten konnte er nur wenige Akzente setzen, doch selbst seine Leistung sorgt für neue Hoffnung. Ohnehin ist die Bremer Talentschmiede als extrem ambitioniert und erfolgreich bekannt, Ihorst ist nur eines von vielen positiven Beispielen. Die vielen Ausfälle sind die Chance für die jungen Profis, sich jetzt zu beweisen. Youngster wie Ilia Gruev oder Simon Straudi wittern weiterhin ihre Chance, Top-Talent David Philipp ist ebenfalls ein langfristiges Projekt.


Selbst ohne viele Leistungsträger kann Werder also auf genug Qualität im Kader bauen. Und vielleicht nutzt ein Jugendspieler ja genau diese Gelegenheit, um ganz groß herauszukommen. Die Bremer können sich über den hochkarätigen Nachwuchs in jedem Fall glücklich schätzen.