Der Transfer des​ FC Bayern München von ​Benjamin Pavard wurde in diesem Sommer von nicht wenige Experten mit Argwohn aufgenommen, hatte der Defensivspieler bei seinem Ex-Klub VfB Stuttgart doch zuvor längst nicht immer weltmeisterlich agiert. Nichtsdestotrotz hat sich der Franzose in München bereits einen Namen machen können und erntete nun nicht nur von ​Präsident Uli Hoeneß jede Menge Lob.​


Das größte Plus des 23-Jährigen ist mit Sicherheit seine große Variabilität. So fühlt sich der französische Nationalspieler nicht nur in der Abwehrzentrale pudelwohl, sondern kann auch auf der defensiven Außenbahn seinen Mann stehen. In einem Gespräch mit Sport1 kam Hoeneß daher kaum aus dem Schwärmen heraus. "Er zeigt jetzt schon nach ein paar Wochen, dass er einer der besten Transfers werden wird, die wir je gemacht haben", so die überschwänglichen Worte des 67-Jährigen.


"Für mich ist nicht entscheidend, was ein Spieler kostet. Mir war immer klar, dass er ein überragender Transfer wird. Vor allem, weil er charakterlich wunderbar ist", legte der Bayern-Macher noch einmal nach.


Pavard unter Kovac bislang gesetzt


Spätestens der Fall Manuel Neuer zeigte unlängst auf, dass Hoeneß keine Möglichkeit auslässt, um ​sich ​schützend vor seine Spieler zu stellen. Mit seiner Meinung über Pavard ist der Leiter der Abteilung Attacke an der Säbener Straße aber keineswegs alleine. Auch Trainer Niko Kovac ist ein Bewunderer der Spielweise des Youngsters und setzte ihn bislang in jedem Pflichtspiel ein. Mit Ausnahme der Niederlage im DFL-Supercup dabei sogar stets von Beginn an und über die volle Distanz.​


Dabei profitierte der Neuzugang mit Sicherheit auch ein Stück weit von den anderen Personalien in der Bayern-Defensive. So wurde etwa der etatmäßige Rechtsverteidiger Joshua Kimmich gelegentlich auf der Sechs gebraucht und hinterließ somit einen verwaisten Platz in der Viererkette. Durch die Verletzung von David Alaba wird zudem nun Lucas Hernandez vornehmlich die Rolle des Linksverteidigers einnehmen. Heißt: Platz in der Innenverteidigung für Pavard.


Salihamidzic kann sich bestätigt fühlen


Nach anfänglichen Wacklern machte Pavard dabei​ zuletzt in seinen verschiedenen Rollen eine gute Figur und konnte beim Spiel gegen Mainz mit einem sehenswerten Treffer zum wichtigen zwischenzeitlichen Ausgleich aufhorchen lassen. Die guten Leistungen des Weltmeisters von 2018 dürften dabei auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic wie Öl runter gehen, war doch der ​oftmals kritisierte Kaderplaner bei der Verpflichtung des Ex-Stuttgarters federführend gewesen.


Das Spielerprofil von Benjamin Pavard:

Position​​IV / RV
​Alter​23
​Marktwert​30 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2024
​Profi-Spiele​120
​Bayern-Spiele​7


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Noch sieht aber nicht nur Salihamidzic bei seinem Schützling Steigerungspotenzial. So ist etwa beim Spielaufbau des Verteidigers unter Drucksituationen noch viel Luft nach oben. Auch in Sachen Absprache mit seinen Teamkollegen ist aufgrund der mangelnden ​Deutschkentnisse des Abwehrspielers das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. "Ich bin sehr zufrieden mit ihm und seiner Entwicklung. Seitdem er hier ist, hat er gute Leistungen gebracht und sich sehr professionell verhalten", zieht Salihamidzic unterm Strich dennoch zurecht ein positives Zwischenfazit.


Mitspieler ebenfalls von Pavard überzeugt


In Sachen Integration mit Sicherheit alles andere als unwichtig, ist, dass auch Pavards Teamkollegen von dessen Anlagen überzeugt sind. So bezeichnet ihn etwa Hernandez als einen "sehr guten Verteidiger" und verweist dabei auf die erfolgreichen Spiele Seite an Seite für die Equipe tricolore.


Auch Barca-Leihgabe Philippe Coutinho ist sich sicher, dass Pavard in München einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. "Ich bin nicht überrascht von seinen Leistungen, weil er einfach sehr gut ist. Das hat er schon bei der Weltmeisterschaft gezeigt. Ich freue mich, dass ich jetzt mit ihm in einer Mannschaft spiele", so der Brasilianer.