Der FC Schalke 04 steht nach fünf absolvierten Partien auf Rang Zwei. Diese tabellarische Momentaufnahme gibt dem Verein zwar viel Selbstvertrauen, bringt ihn aber auch in die verzwickte Situation, die eigenen Ansprüche angemessen zu moderieren.


Fakt ist: Für die Königsblauen kann es eigentlich nur bergab gehen. Zumindest tabellarisch gesehen. Dass Schalke überhaupt auf Rang Zwei steht, ist dem früheren Spiel am Freitagabend geschuldet; im weiteren Verlauf des Spieltags kann der Vizemeister von 2018 noch einige Plätze durchgereicht werden. Trotzdem läuft es derzeit in Gelsenkirchen; zuletzt feierte Schalke drei Siege in Folge.


Der königsblaue Aufschwung hat einen Namen: David Wagner. Der neue Mann an der Schalker Seitenlinie leistet bislang herausragende Arbeit, sah ​am Freitagabend gegen Mainz allerdings ein eher schwaches Spiel seiner Mannschaft. Im zweiten Durchgang schwammen die Hausherren gehörig und kassierten den verdienten Ausgleich. Nur durch eine ​Einzelaktion von Amine Harit zementierte Schalke den nächsten Bundesliga-Dreier - und den damit einhergehenden Platz Zwei für einen Tag.


David Wagner tritt auf die Bremse - gut so!


Falsche Euphorie kann jedoch gefährlich sein. Das weiß auch David Wagner, der - und auch das ist Zeugnis seiner bisher guten Arbeit - zur rechten Zeit auf die Bremse tritt. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt "krank, wenn man in Euphorie verfallen würde", betonte er nach dem Spiel gegen Mainz. Bereits vor der Partie ordnete er das Erreichen des Europapokals in dieser Saison als utopisches Ziel ein: "In dieser Saison ist das ein unrealistisches Ziel", stellte Wagner im Gespräch mit SPOX klar. 


Die Zahlen erzählen aktuell allerdings von einer anderen Realität. Mit drei Siegen in Folgen und dem bequemen Rang Zwei richtet sich der Blick auf Schalke nach oben. Dass das aber nicht Schalkes Anspruch ist, kann zum Problem werden. Deplatzierte Erwartungen waren im königsblauen Gewand schon das ein ums andere Mal die Achillesferse des Vereins; zuletzt gesehen und erlebt bei Domenico Tedesco, dem der Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit nach der Vizemeisterschaft 2018 nicht gelang. Stattdessen stand knallharter Abstiegskampf auf dem Tagesmenü.


In diese Spirale will David Wagner nicht geraten. Er ist mit seiner Mannschaft auf dem richtigen Weg und scheint das nötige Fingerspitzengefühl zu besitzen, um die sportliche Situation angemessen einordnen und moderieren zu können. Das ist auch bitter nötig; immerhin befindet sich Schalke schon jetzt zwischen Anspruch und Realität.