​Der​ ​Hamburger SV belegt vor dem siebten Spieltag der 2. Bundesliga den zweiten Tabellenplatz. Ein Garant für den gelungenen Start der Hanseaten ist ​Neuzugang Tim Leibold, der im Sommer vom ​1. FC Nürnberg in den hohen Norden transferiert worden war. Angeblich hatte FCN-Sportdirektor Robert Palikuca dabei zuvor vergeblich versucht den Verkaufspreis auf dubiose Art und Weise in die Höhe zu treiben.


Vor anderthalb Jahren hatte es noch nicht den Anschein gemacht, dass Leibold und die Franken in Bälde getrennte Wege gehen würden. Der heute 25-Jährige ließ sich daher auf eine Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2021 ein. Um sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten, pochte Leibolds Berater Karl Herzog damals aber darauf, dass in den neuen Kontrakt eine Ausstiegsklausel in Höhe von 1,8 Millionen Euro inkludiert wurde.

Bayer 04 Leverkusen v 1. FC Nuernberg - Bundesliga

Robert Palikuca soll schmutzige Tricks angewendet haben


Nach außen wurde diese Klausel zwar nie öffentlich kommuniziert, es dauert aber dennoch nicht lange bis der neue ​HSV-Manager Jonas Boldt Wind von dem potenziellen Schnäppchen bekam und sich in Gespräche mit dem Außenverteidiger stürzte. Nach dem Abstieg der Franken war auch für Leibold selbst die richtige Zeit für ein Luftveränderung gekommen.


Palilkuca versuchte Berater auf seine Seite zu ziehen


Laut Informationen des Hamburger Abendblattes wusste Nürnbergs ​​Sportdirektor Robert Palikuca lange nicht, dass sich die Feinheiten des Vertragskontruktes in der Szene längst herumgesprochen hatten. Der 46-Jährige wähnte sich daher angeblich in einer komfortablen Lage und wollte vom HSV anstatt der eigentlich fälligen 1,8 Millionen Euro, satte drei Millionen Euro herauspressen.


Um diese Verschleierungstaktik erfolgreich über die Bühne zu bringen, soll der Funktionär an Leibolds Berater herangetreten sein und ihm angeboten haben, die überschüssigen 1,2 Millionen Euro jeweils zur Hälfte zwischen Berater und dem 1. FC Nürnberg aufzuteilen.


Berater lässt sich nicht vor den Karren spannen


Dabei hatte der Manager aber offenbar die Rechnung ohne Karl Herzog gemacht, der sich dem Vernehmen nach partout nicht auf derart dubiose Geschäfte einlassen wollte. Nicht nur die Hamburger profitierten dabei von der Integrität des Leibold-Beraters, sondern auch der oftmals zurecht kritisierte Berufstand der Spielerberater erhielt endlich mal ein positives Beispiel.


Das Spielerprofil von Tim Leibold:

​PositionLV​
​Alter​25
​Marktwert​3,5 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2023
​FCN-Spiele​113
​HSV-Spiele​7


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Noch sind die Berichte aber mit Vorsicht zu genießen, schließlich wollte sich bislang keiner der Beteiligten zu dem Wirrwarr rund um den Wechsel äußern. Klar dürfte aber sein, dass Machenschaften dieser Art im Fußballgeschäft leider keine Seltenheit sind. 


Was für die Hamburger schlussendlich am meisten zählt ist ohnehin, dass Leibold bei seinem neuen Klub hervorragend funktioniert und bislang einer der besten Neuzugänge aller Zweitligisten ist. Ehrlichkeit zahlt sich am Ende eben doch aus.