Der verpatzte Europa-League-Auftakt gegen den FC Arsenal war das zweite Frankfurter Streitthema am Donnerstagabend. Bereits vor der Partie in der Commerzbank-Arena hatten die Ultras von Eintracht Frankfurt vor einer sich anbahnenden Personalie gewarnt: Andreas Möller. Dieser dürfe demnach kein Amt übernehmen, obwohl er eigentlich aus der eigenen Jugend stammt.


Am Donnerstag schrieb der kicker, dass Andreas Möller der neue Chef des Nachwuchsleistungszentrums bei ​Eintracht Frankfurt werden soll. Die Ultras sind damit aber alles andere als einverstanden. Flugs erstellte man schon für das Abendspiel eine Protestaktion gegen Möller.

Mit zahlreichen Flugblättern taten die Fans der Eintracht ihren Unmut gegen den einstigen Welt- und Europameister kund. Unter dem Titel "Nein zu Möller!" erklärten sie Unbeteiligten, weshalb sie den gebürtigen Frankfurter nicht bei der Eintracht sehen wollen: "Eine solche Verpflichtung darf noch nicht einmal ein Gedankenspiel sein. Für Andreas Möller ist bei der Eintracht keinen Platz!" Als Begründung wird seine Vita genannt.


"Nur Lügen und gebrochene Absprachen"

So sei Möller "nur durch Lügen, gebrochene Absprachen und distanzierende Aussagen" aufgefallen. Als er sich 1987 zur Eintracht bekannte, wechselte er in der Winterpause zu ​Borussia Dortmund. Drei Jahre später kehrte er zurück. Bei seinem Wechsel gab er dann an, im Herzen Borusse zu sein.


Im Jahre 1992 verspielte Frankfurt eine mögliche Deutsche Meisterschaft. Auch dafür haben die Ultras Möller und seine entstandenen Querelen als Grund ausgemacht. Obwohl er sich dann zu den Adlern bekannte, wechselte er noch im Sommer zu ​Juventus Turin. "Eine damals vereinbarte Strafzahlung im Falle eines Wechsels wollte er nicht zahlen, stattdessen traf man sich vor Gericht wieder", schreiben die Frankfurter Ultras weiter.

Als der heute 52-Jährige kurz vor dem Pokalfinale 2017 zwischen dem BVB und der Eintracht sagte, dass er zu den Adlern keine Verbindung habe, brachte dies das Fass zum Überlaufen. Am Ende des Statements stellten die Ultras zudem in Frage, was Möller fachlich zu einem Amt in der Leitung des Nachwuchsleistungszentrums befähige. In den Augen der Ultras sei er nämlich kein Vorbild für junge Spieler.