Sollte ​Schalke 04 am ​heutigen Abend gegen Mainz 05 mit drei Toren Vorsprung gewinnen, könnte man kurzzeitig - für rund 17 Stunden - auf Platz Eins der Tabelle springen. Sollte das so passieren, könnte das irgendwelche Konsequenzen für die Planungen auf Schalke haben, und wie wird bzw. sollte man intern damit umgehen? In jedem Fall: Sachlich und ruhig bleiben.


Durch das erste Match am fünften Spieltag der Bundesliga am Freitagabend hat Schalke theoretisch die Chance, bis zum Samstag die Tabellenspitze zu übernehmen. Es wäre ein kurzweiliges und vorübergehendes Bild, und doch ein schönes Gefühl für alle, die es mit dem S04 halten. 


S04: Ruhe bewahren und den Konjunktiv wahren


Doch da muss man bereits in die Träume reingrätschen. Der potenziell erste Platz ist zunächst einmal im Konjunktiv geboren. Wenn Schalke gewinnt, wenn Schalke mehr als drei Tore schießt, wenn Schalke mit mehr als drei Treffern Differenz gewinnt. Noch mehr Konjunktiv: Sollte das dann passieren, wird man sich in Gelsenkirchen natürlich freuen, keine Frage - aber die Verantwortlichen werden wissen, wie man mit einer solchen Situation umgeht. 


Dieser kurzweilige erste Platz ist nämlich nur das Sinnbild für einen guten Saisonstart. Ein Tabellenbild nach gerade einmal fünf Spieltagen, das schlicht darauf hinweist, dass man auf Schalke zu dem Zeitpunkt gut da steht - sogar besser, als man vor der Saison vermutet hätte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


David Wagner weiß ganz genau wie es ist, wenn man mit einem Team stärker performt, als man es erwartet hat. Das hat er während seiner Zeit bei Huddersfield Town eindrucksvoll bewiesen - doch der wichtige Unterschied: Dort kann man es auf zwei starke Jahre betrachten, auf Schalke bisher nur nach fünf Spielen. Wagner wird sich über die bisherigen Spiele freuen, auch, weil die Leistungen über weite Teile der bislang absolvierten Spiele - dem Entwicklungs-Fortschritt angemessen - gut waren.


David Wagner weiß solche Situationen einzuschätzen


S04-Anhänger sollten jedoch genauso realistisch sein, wie ihr Trainer. Und das werden sie auch, das hat man über die vielen letzten Jahre gelernt. Man wird im Verein und im Umfeld wissen, wie man ein solches (kurzzeitiges) Erfolgserlebnis einzuordnen hat. Das Thema wird nicht an die große Glocke gehängt. 

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David Wagner wird - egal in welchem Fall - hart weiterarbeiten, so wie es sein sollte



Etwaige Zielsetzungen werden dadurch auch nicht verändert werden. Die Saison ist noch sehr jung, die Mannschaften liegen eng beieinander, es kann noch vieles passieren und zwar sehr schnell. Auch die nächsten Spiele werden auf Schalke ein Gradmesser. So wird man demnächst u. a. gegen ​RB Leipzig, die ​TSG Hoffenheim und ​Borussia Dortmund antreten. Sollte man diese Spiele mit einem ähnlichen Punkteschnitt bestehen, ist das schon eine ganz andere Situation - aber aktuell, und auch nach dem Duell gegen Mainz heißt es: Ruhe bewahren. 

Formkurven und schnelle Veränderungen - So oder so: weiterarbeiten


Genauso gut kann es auch schnell in die andere Richtung gehen. Formkurven ändern sich schnell im Fußball. Eine Mannschaft wie S04, die unter einem neuen Trainer eine gänzlich neue Philosophie erlernt, ist dafür besonders anfällig.


Das Credo sollte also sein: Wagner und das Team in Ruhe weiterarbeiten lassen wie bisher. Egal ob man kurzzeitig auf Platz Eins steht, oder ob man ein paar Wochen hintereinander verliert. Solche Schwankungen, sowohl nach oben als auch nach unten, sind zu erwarten - und ein so frühes Bild der Tabelle gibt noch lange kein verlässliches Bild ab.