​​Werder Bremen sicherte sich mit einem Kraftakt gegen ​Union Berlin den zweiten Saisonsieg. Einen Anteil daran hatten auch die Elfmeter von Davy Klaassen, der zumindest einen im Tor unterbringen konnte. Doch trotz der festgeschriebenen Rolle des Niederländers als Schütze, drängte sich ein anderer Akteur auf.


Davy Klaassen führte den SV Werder Bremen gegen die Eisernen als Kapitän auf das Feld und machte seinen Job als Anführer über die gesamte Distanz gut. Seit dieser Saison ist er zudem der festgeschrieben Elfmeter-Schütze, der nach dem Abgang von Max Kruse immer zum Punkt schreiten darf. Gegen die Berliner erhielt er nun die ersten beiden Chancen - eine nutzte er.


Den ersten Elfmeter holte er selbst gleich zu Beginn der Partie heraus, nach langem Check durch den Videoassistenten durfte er dann antreten und verwandelte, wenn auch mit etwas Glück. Doch ein anderer Profi hätte ebenfalls gerne geschossen. Darüber sprach Klaassen nun im Weserkurier. Stürmer-Kollege Niclas Füllkrug wollte dem Niederländer nämlich den Ball wegschnappen.


"Er hat mich gefragt, ob ich mich sicher fühle. Da habe ich gesagt: ja. Es sieht natürlich für Außenstehende immer ein bisschen komisch aus, wenn ein Mitspieler zu einem kommt und redet. Und die Leute draußen verstehen dann gar nicht, was er sagt", so der Kapitän. Der 26-Jährige sei allerdings nicht verwundert darüber gewesen, wieso Füllkrug es trotz der Anweisungen von Trainer Florian Kohfeldt probierte.


Füllkrug hat das Toreschießen im Blut


Denn der Stürmer sei immerhin stets für ein Tor gut: "Aber wir müssen das auch nicht größer machen, als es ist. Er ist ein Stürmer, der will natürlich Tore schießen. So sind Torjäger." Kurios wurde es dann in der zweiten Halbzeit, als Davy Klaassen ein zweites Mal zum Punkt schreiten durfte. Auch hier versuchte es Füllkrug erneut, blitzte wie beim ersten Mal aber ab. Kohfeldt bezeichnete den Angreifer dann als clever, allerdings auch etwas frech.


Intern wurde der "Vorfall" besprochen, Klaassen denkt nicht, dass er nun noch einmal in seinen Vorbereitungen gestört wird. "Ich denke nicht, dass er noch einmal kommt. Wir haben das besprochen. Es war aber auch nur guter Wille von ihm, er hat es ja auch beim zweiten Mal nicht böse gemeint. Er wollte nur nachfragen, weil ich halt schon einen geschossen hatte. Es sah vielleicht komisch aus, aber für uns war das keine wichtige Sache", so der Niederländer locker.


Wie das Schicksal es will, hielt Union-Keeper Rafał Gikiewicz den Elfer stark. Klaassen ließ somit seine zweite Chance aus. Doch Füllkrug sollte gleich im Anschluss selbst die Chance erhalten, für einen Treffer zu sorgen. Die anschließende Ecke köpfte der Torjäger nämlich mustergültig ein. Bis auf weiteres wird es in Sachen Elfmeter also nicht mehr zu Diskussionen kommen. Dafür ist die Stimmung im Kader eben auch zu gut.