​Der FC Bayern hat die Pflichtaufgabe zum Auftakt der ​Champions League souverän gemeistert. Gegen Roter Stern Belgrad feierte das Team von Niko Kovac einen ungefährdeten 3:0-Sieg.


Im Gegensatz zu den letzten Spielen in der Liga wurde Joshua Kimmich gegen Belgrad wieder als Rechtsverteidiger aufgestellt - Benjamin Pavard rückte dafür ins Abwehrzentrum, Jerome Boateng blieb nur ein Platz auf der Ersatzbank. In der Offensive durften unter anderem die beiden Neuzugänge Philippe Coutinho und Ivan Perisic wirbeln.


Wie erwartet übernahmen die Münchener sofort die Kontrolle des Spiels und näherten sich dem Tor der Serben immer weiter an. Bis zum ersten Torschrei mussten die Fans des ​FCB aber bis zur 34. Minute warten: Perisic hatte sich auf der linken Seite im Dribbling durchgesetzt, seine schöne Flanke verwertete Kingsley Coman per Flugkopfball zum 1:0. Kurz danach erzielte Coutinho einen traumhaften Hackentreffer, der aufgrund einer knappen Abseitsstellung jedoch zurecht nicht gegeben wurde.


Mit drückender Dominanz der Gastgeber, 17:2 Torschüssen und 70% Ballbesitz zugunsten der Bayern ging es in die Pause. In der 2. Hälfte änderte sich nur die Spielrichtung, das Bild blieb dasselbe: Der deutsche Rekordmeister bestimmte die Partie nach Belieben, Belgrad hatte nicht den Hauch einer Chance. 


Doch trotz aller Dominanz schaffte es der FC Bayern nicht, den Sack vorzeitig zuzumachen. Erst in der 80. Minute sorgte Lewandowski mit einem Billard-Tor für das 2:0, Thomas Müller erhöhte in der Nachspielzeit nach einem Geniestreich von Thiago auf 3:0.


Erkenntnisse FC Bayern


Eins vorweg: Der Sieg der Münchener war - auch in der Höhe - absolut verdient und zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Allerdings muss man auch sagen, dass Belgrad mit Sicherheit kein echter Maßstab für die Ambitionen des FC Bayern war. 


Bemängeln muss man beim deutschen Rekordmeister, dass man aus dem vielen Ballbesitz deutlich zu wenig gemacht hat. Dass das 2:0 (und somit die Entscheidung) erst in der 80. Minute fällt, ist eigentlich blanker Hohn. Vor allem die fehlende Zielstrebigkeit bzw. die mangelhafte Chancenverwertung muss sich die Kovac-Elf vorwerfen lassen.


Erfreulich ist aus Sicht der Münchener aber, dass sich die Neuzugänge um Coutinho und Perisic immer besser einfügen - sie werden im Verlauf der Saison noch eine wichtige Rolle spielen.


Noten der Bayern-Spieler:

Neuer (3) - Kimmich (3+), Süle (3+), Pavard (2-), Hernandez (2) - Thiago (1-), Tolisso (3+) - Coutinho (2-), Perisic (2), Coman (2+) - Lewandowski (2)


Spieler des Spiels:

Thiago zeigte gegen Belgrad einmal mehr, wie wichtig er für das Spielgeschehen der Münchener ist. Der Spanier zog wie gewohnt die Strippen und sorgte (fast als einziger Bayern-Profi) für das eine oder andere Schmankerl. Traumhaft war seine Vorlage zum 3:0, als er einen Freistoß schnell ausführte und gekonnt über die gegnerische Mauer chippte.


Neben Thiago wusste vor allem auch Kingsley Coman zu gefallen.


Erkenntnisse Belgrad


Viel gibt es über die Serben nicht zu berichten, außer dass Roter Stern zu keiner Zeit auch nur den Hauch einer Chance hatte. Lediglich Marko Marin sorgte mit einem Schlenzer für einen einzigen offensiven Akzent - ansonsten war Belgrad hoffnungslos unterlegen. Positiv hervorzuheben bleibt nur die Leistung von Torhüter Milan Borjan.


Das kommende Programm für den FC Bayern und Roter Stern


Auf den FC Bayern warten in der Bundesliga zwei weitere Pflichtaufgaben. Am kommenden Wochenende empfängt der Rekordmeister den 1. FC Köln, eine Woche später geht es für die Münchener nach Ostwestfalen zum SC Paderborn - sechs Punkte sind fest eingeplant. Am 1.10. wartet dann aber wieder eine echte Herausforderung auf den FCB: In der Champions League muss man bei Tottenham Hotspur antreten, das sein erstes Spiel in der Königsklasse gegen Olympiakos Piräus mit einem 2:2 ein wenig in den Sand setzte.


Für Roter Stern geht es dagegen gleich heiß weiter: Am Sonntag trifft man im Belgrader Derby auf Partizan, drei Tage später steht ein Pokalspiel gegen FK Trepca an.