Die Sommerpause konnte der ​SV Werder Bremen transfertechnisch einigermaßen positiv gestalten. Doch nach vielen Ausfällen steht der Kader vor Engpässen und ist somit sehr dünn besetzt. Trotzdem will der SVW im Winter nicht noch einmal zuschlagen, dafür gibt es einige Gründe.


Der Transfersommer der Grün-Weißen war durchaus ungewöhnlich.​ Einnahmen wurden keine erzielt, dafür kamen einige Profis für Millionenbeträge und Leihen. Am Ende steht deshalb ein großes Minus von fast 14 Millionen Euro, viele Mittel hat der SVW also vorerst nicht mehr zur Verfügung. Ein immer wieder diskutierter Transfer von Nabil Bentaleb steht symbolisch für die Planungen der Bremer.


Bentaleb nicht mehr bei Werder Bremen im Gespräch


Von einem Wechsel des Schalkers ist nun nicht mehr die Rede, vor allem nicht im Winter, so die Bild. Dort will Werder überhaupt nicht handeln, obwohl der aktuelle Kader sehr anfällig scheint. Ein großer Grund dafür ist vor allem das Geld, wie erwähnt machte Werder nur Einbußen im Sommer. Doch bereits jetzt scheint der SVW mit einem Defizit in die nächste Saison zu gehen, denn durch einige Klauseln ist das Budget bereits verplant.


Mit den drei Leihspielern Leonardo Bittencourt, Ömer Toprak und Michael Lang sicherte sich Werder kurzfristige Verstärkungen. Vorerst fallen für sie weniger Kosten an - etwa 3,7 Millionen Euro zahlt Bremen an Leihgebühren. Doch bei allen Profis gibt es eine anschließende Kaufoption, die wohl bei allen drei Fällen greifen wird. 


Der aus ​Hoffenheim verpflichtete Bittencourt steht in diesem Jahr fast kostenlos in Diensten der Bremer, doch Werder muss den Mittelfeldspieler bei einem Nicht-Abstieg verpflichten. Damit fallen die vereinbarten sieben Millionen Euro an. Diese muss der SVW dann im nächsten Sommer zahlen. Ähnlich sieht es bei Toprak aus, bei dem laut Sportbild mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine Kaufpflicht greift.


Für den Türken wären weitere 6,4 Millionen Euro fällig. Michael Lang aus ​Gladbach  ist mit einer Kaufoption von maximal 1,7 Millionen noch der günstigste. Was also jetzt noch als gutes Geschäft wirkt, wird im nächsten Sommer richtig teuer. Im Winter will der Klub also sparen, um nicht in finanzielle Engpässe zu geraten. Zur Regel soll diese Transferpolitik allerdings nicht werden.


Ausnahmefall bei den Leihspielern


"Es wird nicht die Regel. Aber in diesem Sommer hatten wir nur über Leihgeschäfte mit Kaufoption die Möglichkeit, weitere Spieler zu verpflichten. Ohne Transfereinnahmen waren wir darauf angewiesen", so Frank Baumann in der Sportbild. Hätte Werder genügend Budget zur Verfügung gehabt, wären die Profis bereits in diesem Sommer fest verpflichtet worden. Dies könnte sich allerdings ändern, denn es ist durchaus wahrscheinlich, dass einige ​Leistungsträger den Verein vor der nächsten Saison verlassen könnten.


Ein weiterer Grund, wieso Werder im Winter nicht reagieren muss, ist die immer besser werdende Personalsituation. Zugegebenermaßen war sie vor allem in der letzten Woche erschreckend, doch Werder scheint das Gröbste überstanden zu haben. Bis zum Ende der Hinrunde werden fast alle Leistungsträger wieder zurück erwartet.


Dass der Kader im fitten Zustand zu den besten der Bundesliga gehört, ist durchaus klar. Die begrenzten Mittel scheint der SVW bestens genutzt zu haben und geht weiterhin zuversichtlich in die kommenden Monate. Auch ohne Transfers im Winter glaubt die Mannschaft weiterhin an die Saisonziele. Europa würde dem Team dabei mehr als nur weiterhelfen.