​Die Könige kehren zurück in ihr angestammtes Reich. Zugegeben: Es sind Könige (Meister) und auch Prinzen (Vize-Meister oder gar nur dritte bzw. vierte der heimischen Abschlusstabellen), aber wer wird denn schon so kleinlich sein. Wenn die von Georg Friedrich Händel entlehnte Hymne heute Abend über die Stadien Europas weht, geht die ​Champions League, die weltgrößte Vereinsfußball-Show, in eine neue Runde. 


Knaller in Dortmund und Neapel


Und gleich zu Beginn warten ein paar echte Schmankerl auf die Fans. Und mit der Partie ​Borussia Dortmund - FC Barcelona (21.00 Uhr) sogar eine regelrechte Premiere. Nie haben sich die Wege dieser beiden Klubs in einem der (drei) klassischen Europapokal-Wettbewerbe (Champions League bzw. Landesmeistercup, Pokalsieger-Pokal und Europa League bzw. UEFA Cup) gekreuzt. 


Lediglich beim europäischen Supercup, also diesem etwas seltsamen und rein finanziellen Aspekten untergeordneten Wettbewerb Anfang oder Mitte August, kreuzten die beiden Vereine die Klingen. Das war 1997 der Fall, als der BVB amtierender Champions-League-Sieger war und der FC Barcelona drei Monate zuvor den Europapokal der Pokalsieger erobert hatte. Einem 2:0 für Barça im Nou Camp folgte im damaligen Westfalenstadion ein 1:1. 


Barcelona reist mit breiter Brust an - immerhin wurde der FC Valencia am vergangenen Samstag mit 5:2 nach Hause geschickt - ohne Messi. Ob der heute mit von der Partie ist, ist noch ungewiss. Aber die verbleibenden Stürmer (Dembélé, Suárez und Griezmann) sind ja auch nicht so schlecht...


Aus deutscher Sicht ist sicherlich auch das Spiel von RB Leipzig bei Benfica Lissabon (21.00 Uhr) höchst interessant. Die Adler aus der portugiesischen Hauptstadt scheinen den Abgang ihres Super-Talents Joao Félix ganz gut verkraftet zu haben - aktuell liegen sie nach fünf Spieltagen in der heimischen Liga auf Platz zwei, hinter dem Sensationsteam von Famalicao.  

Die Spiele des SSC Neapel gegen FC Liverpool (wer erinnert sich nicht an Alissons Monster-Parade im entscheidenden Gruppenspiel zwischen den beiden in der letzten Saison?) und des FC Valencia gegen Chelsea London (ebenfalls beide um 21.00 Uhr) runden die heutigen Spitzenspiele ab. 


Kracher in Paris und Madrid


Der absolute Kracher am Mittwoch ist natürlich das Duell zwischen Paris St.Germain und Real Madrid (21.00 Uhr). Die letzten Wochen und Monate vor Anfang September "bekriegten" sich beide in der Personalie Neymar. 


Der blieb am Ende in der französischen Hauptstadt - und ist jetzt wegen seiner abschätzigen Äußerungen über den Schiedsrichter beim Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United (1:3) gesperrt. Zwar wurde die Sanktion mittlerweile auf zwei (statt drei) Spiele verkürzt - doch morgen Abend wird er nicht helfen können. 


Das zweite Kracher-Spiel des Mittwoch-Spieltages findet zweifellos in Madrid statt, wenn Reals Lokalrivale Atlético Juventus Turin empfängt (21.00 Uhr). Auch hier werden natürlich Erinnerungen an das Vorjahr wach. Damals schien Atlético nach dem 2:0 im Achtelfinal-Hinspiel schon mit einem Bein in der Runde der letzten Acht zu stehen - doch ein traumhaft aufspielender Cristiano Ronaldo zerstörte im Rückspiel mit seinen drei Toren alle rotweißen Träume. 


Der Countdown läuft also. Bis in den Dezember hinein werden sich ab jetzt im zwei- bis dreiwöchigen Rhythmus die besten der Welt miteinander messen. Im Wettbewerb der Könige. Champions League is back!