Mit seinem Wechsel zu ​Borussia Mönchengladbach scheint Breel Embolo bisher den richtigen Schritt gewagt zu haben. Der Abgang von ​Schalke 04 kam vermutlich zum passenden Zeitpunkt und in der aktuellen Saison kann er unter Marco Rose richtig aufblühen.


Als Breel Embolo im Sommer 2016 für die S04-Rekordsumme von rund 25 Millionen Euro zu den Königsblauen wechselte, war er 19 Jahre alt und hatte bereits eine große Hypothek auf seinen Schultern, der er nie wirklich gerecht werden konnte. 


Embolo bei S04: Verletzungen, Defensiv-Fußball, Preisschild


Zu viele schlimme Verletzungspausen, keine wirklich positiven Formkurven, dazu in den letzten Jahren kein richtiger Offensiv-Fußball, der ihm entgegenkam. Das ist seine Zeit auf Schalke kurz zusammengefasst. Der Grund für sein aktuelles Aufblühen in Gladbach sind die gleichen Gründe - nur umgekehrt. 


Mit seinem Wechsel wollte er die Verletzungen und das Pech symbolisch hinter sich lassen. Es war primär keine Entscheidung gegen S04, sondern gegen die vergangene Zeit. Bei der Borussia kann er eine neue Zeit beginnen. Dabei kommt ihm die neue Philosophie unter Marco Rose entgegen - der offensive, schnelle Fußball passt zu ihm.


Embolo kann vor allem mit seiner Physis punkten, fühlt sich dazu bereits jetzt im schnellen Umschaltspiel wohl und kann sich dort gut einbringen. Dass unter Rose jeder Spieler neu starten musste, ist ein weiterer Vorteil für ihn als Neuzugang. Er spielt in Gladbach auch nicht im Schatten eines großen Preisschildes. Viel mehr befindet er sich in einer Situation, in der er nur gewinnen kann, was ihn umso mehr zu beflügeln scheint. 


10 Millionen Euro Ablöse - ein Fehler vom S04?


Nun kann man sich die Frage stellen, ob er unter David Wagner - der einen sehr ähnlichen Fußball spielen lässt - auch so aufgeblüht wäre. Eine hypothetische Frage, die man natürlich nicht beantworten kann. Die Ablösesumme von zehn Millionen Euro kann sich im Nachhinein als zu niedrig herausstellen, und trotzdem war sie im Sommer richtig angesetzt. Embolo hat deutlich gemacht, dass er wechseln wollte. Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen, man wollte ihm keine Steine in den Weg legen und ohnehin nur auf Spieler setzen, die zu 100 Prozent mit ihrem Kopf auf Schalke sind. 


Dass man ihn also für diese (vergleichsweise niedrige) Summe hat gehen lassen, kann man weder nach vier Spieltagen, noch nach einem ganzen Jahr als großen Fehler ansehen. Es war für beide Seiten eine vermutlich notwendige Entscheidung - leider hat es nicht gepasst. Umso schöner zu sehen, dass er nun auf seine Stärken bauen kann und hoffentlich so lang wie möglich verletzungsfrei bleibt. Denn das war auch bei S04 das größte Hindernis, das ihn immer wieder zurückgeworfen hat. 


Mit dem Wechsel hat er all das, wie bereits erwähnt, symbolisch hinter sich gelassen. Aus seiner Perspektive war der Wechsel vernünftig, und die vorgefundenen Faktoren in Gladbach kommen ihm zusätzlich entgegen.