​Vor dem Start der internationalen Wettbewerbe meldet sich DFL-Chef Christian Seifert zu Wort. Der Funktionär mahnt die Vereine zu besseren Leistungen, um die Attraktivität der Liga weiter hoch zu halten. Gleichzeitig versichert Seifert, dass die Vermarktung der Bundesliga keine weiteren Spieltermine, -orte oder -uhrzeiten mit sich führen wird.


Die Leistungen der deutschen Klubs in der vergangenen ​Champions- und Europa-League-Saison waren eher dürftig. Bis auf ​Eintracht Frankfurt konnte kein deutscher Verein so richtig überzeugen. Auch Seifert vernahm diese Entwicklung. "Da hat die ​Bundesliga in den letzten Jahren Federn gelassen", so der 50-Jährige gegenüber der Welt am SonntagDaher fordert der Chef des deutschen Fußballs von den Vereinen mehr Leistung, da dies ungemein wichtig für die Vermarktung der Liga sei: "Die Wahrnehmung einer Liga ist sehr relevant für das Interesse von Medienunternehmen, von Sponsoren und unterm Strich auch von Zuschauern."


Das Abschneiden der deutschen Klubs 2018/19

​VereinWettbewerb​Ausscheiden​
​Bayern München​Champions League​Achtelfinale
​Schalke 04​Champions League​Achtelfinale
​Borussia Dortmund​Champions League​Achtelfinale
​TSG HoffenheimChampions League​​Gruppenphase
​Bayer Leverkusen​Europa League​Zwischenrunde
​RB Leipzig​Europa League​Gruppenphase
​Eintracht FrankfurtEuropa League​​Halbfinale

Bundesliga-Vermarktung nicht um jeden Preis


Gleichzeitig setzt Seifert einer weitere intensive Vermarktung der Liga auf Kosten der Fankultur einen Riegel vor. "Es werden nicht mehr Anstoßzeiten hinzukommen, im Gegenteil. Es gibt die fünf Bundesligaspiele, die bisher am Montag geplant waren, insbesondere für die Europapokal-Teilnehmer, die donnerstags spielen, künftig am Sonntag", so Seifert. Verzerrte Spieltage mit zig verschiedenen Anstoßzeiten wie in Spanien oder Frankreich werde also nicht geben.


Auch die Idee, einige Spiele zwecks Vermarktung ins Ausland zu legen, wird nicht durchgesetzt. "Ich finde, das wäre definitiv ein Schritt zu viel", sagt Seifert dazu. Bei solchen Entscheidungen stehe meist das Geld im Vordergrund, wie am Beispiel Spanien gezeigt werden könne: "Die hochgelobte spanische Liga versucht das. Die wollten Barcelona gegen Girona in Miami austragen. Angeblich um den Fußball zu promoten. Was natürlich Unsinn ist. Es dreht sich ausschließlich um monetäre Aspekte."


Insgesamt zeigt sich Seifert sehr zufrieden mit der Entwicklung des deutschen Fußballs. Seiner Meinung nach schaffe die Bundesliga den "Spagat aus Tradition und Geschäft" besser als jede andere europäische Liga.