Durch eine sehr souveräne Partie konnte sich ​Schalke 04 am gestrigen Abend mit einem ​5:1-Sieg gegen den Aufsteiger des ​SC Paderborn durchsetzen. Durch das Spiel konnte man einige (sehr) positive Aspekte sehen, aber auch eher negative Seiten kamen zum Vorschein. Die Erkenntnisse nach dem klaren Sieg.


Die Defensive ist variabler als zu Saisonbeginn vermutet

Jamilu Collins,Suat Serdar

​Etwas überraschend gestaltete sich gestern die defensive Aufstellung der Schalker, die David Wagner gewählt hatte. Dass Benjamin Stambouli auch noch in der Innenverteidigung spielt, wenn Salif Sané, Matija Nastasic und auch Neuzugang Ozan Kabak fit sind, hätte wohl kaum einer gedacht. Eigentlich war er zu Saisonbeginn eher auf der Doppelsechs eingeplant, da er sonst in der Viererkette nicht unbedingt seine Stärken hatte. 


In der Dreierkette in den letzten beiden Jahren machte er einen sehr guten Job, so auch gestern in der Zweier-Innenverteidigung der Viererkette. Die Doppelsechs war mit Omar Mascarell und Suat Serdar besetzt. Somit zeigt sich, dass S04 auch in der Defensive und im Spielaufbau noch mehr Flexibilität an den Tag legen kann, als der Kader auf den ersten Blick eventuell vermuten lässt. Das hat gegen Paderborn gut funktioniert, muss jedoch auch gegen Kandidaten für das obere Tabellendrittel halten. 


Schalke braucht zu viele Torchancen

Guido Burgstaller,Mark Uth

Betrachtet man ausschließlich das Endergebnis, könnte man meinen, Schalke hätte fast jede Torchance genutzt - weit gefehlt. Bereits in der ersten Halbzeit hatte man eine handvoll sehr guter Möglichkeiten, die Guido Burgstaller (erneut in der Startelf) und Mark Uth (nach Verletzungspause wieder zurück) nicht nutzten. Alleine Burgstaller hätte mindestens zwei Tore machen müssen, Uth vergab auch eine Hundertprozentige. Er machte allerdings seit langer Zeit sein erstes Bundesligaspiel, benötigt Spielzeit. 


Gegen Gegner, die nicht so viele und so gute Chancen zulassen, muss man solche Gelegenheiten nutzen. Gestern hätte man mit einer 3:1-Führung in die Halbzeit gehen müssen, was sich aus S04-Sicht glücklicherweise nicht gerächt hat. In der zweiten Hälfte trafen noch Suat Serdar, Ahmed Kutucu und Amine Harit doppelt. 


Was macht man mit Daniel Caligiuri und Guido Burgstaller? Beide nicht in Form

Daniel Caligiuri

Daniel Caligiuri, in den letzten beiden Jahren auch als "Mister Zuverlässig" bekannt, hängt aktuell in einer Formkrise. Zunächst gibt es im 4-2-3-1 nicht unbedingt die perfekte Position für ihn: Weder der (rechte) Flügel, noch der klassische Rechtsverteidiger passen (momentan) gut zu ihm, zu häufig wirkt er verloren, mutlos und an falscher Stelle. 


Sollten Benito Raman und Rabbi Matondo schnell fit werden und zeigen sich in guter Verfassung, und wenn ebenso Leihspieler Jonjoe Kenny seine Leistungskurve aufrechterhalten kann, könnte schnell ein Platz auf der Bank drohen. Das könnte auch Auswirkungen auf die zurzeit debattierte Vertragsverlängerung haben. Das aktuelle System soll möglichst lange, möglichst erfolgreich fortgesetzt werden und Caligiuri muss wieder zeigen, dass er dem Team auch dort helfen kann. 


Ähnlich geht es Guido Burgstaller. Auch gestern sorgte er erneut für Kritik, als er aus guten Chancen nur sehr schwache Schüsse mitten auf Paderborn-Keeper Huth ließ. Sein spielerischer Ansatz war gestern zwar nicht unbedingt schlecht, jedoch kann es einem Team ordentlich auf die Füße fallen, wenn solche Chancen liegen gelassen werden. Als Ahmed Kutucu (für Mark Uth) in die Partie kam, belebte er die letzten 15 Minuten, schoss ein Tor und bereitete noch eins (auf Harit) vor. Werbung für einen Startelfeinsatz am Freitag gegen Mainz. 


Harit weiterhin in bestechender Form

Amine Harit

Der gestrige Matchwinner und Doppelpacker Amine Harit konnte auch am vierten Spieltag mit sehr guter Leistung überzeugen. Obwohl er auf den Flügel ausweichen musste, weil Uth die Zehner-Position bespielte, zeigte er erneut seine fußballerischen Qualitäten. 


Eine belebende und aktive Bereicherung für das Schalker Spiel. Durch das volle Vertrauen, das er von David Wagner geschenkt bekommt, blüht er richtig auf.