Am Samstagnachmittag erlebt Marcus Thuram sein erstes Derby in Diensten von ​Borussia Mönchengladbach​Die Fohlenelf gastiert beim ​1. FC Köln, aufgrund der Rivalität beider Vereine ist laut ​BILD mit einem Aufgebot von etwa 1800 Landes- und Bundespolizisten sowie 600 Ordnern zu rechnen. Nachdem bereits die beiden Torhüter Timo Horn und Yann Sommer an ein friedliches Derby appellierten, setzte Thuram im Interview mit Sportbuzzer ein weiteres, klares Zeichen. 


Die Duelle zwischen Gladbach und Köln sind geprägt von vielen Emotionen, aber auch von Gewaltausschreitungen. Vor einigen Jahren stürmten einige Fans des 1. FC Köln den Rasen des Borussia-Parks, das gegenseitige Stehlen von Fahnen sowie gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen einigen Fangruppierungen im Vorfeld der Partie kam in den vergangenen Jahren regelmäßig vor.

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​Für die Akteure auf dem Platz ist das Verhalten der Fans auf den Rängen ein No-Go. "Für mich ist wichtig, dass jeder ohne Angst und ohne ein mulmiges Gefühl ins Stadion gehen kann, mit der Familie und den Kindern. Insofern ist es schade, dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt, auch vorher, rund um das Stadion oder im Umfeld. Ich bin sehr froh, wenn die Fans all ihre Energie reinlegen, um uns zu unterstützen, aber das sollte im Stadion bleiben und nicht ausarten.", sagte beispielsweise FC-Keeper Timo Horn laut ​kicker und erinnerte daran, dass die Rivalität von den Spielern auf dem Rasen ausgetragen werde.


Auch Yann Sommer, der auf Seiten der Borussia aus Mönchengladbach zwischen den Pfosten steht, sprach sich für einen friedlichen Nachmittag aus: "Wir mussten in der Vergangenheit leider schon erleben, wie es sich anfühlt, wenn nicht beide Fanlager ein Teil davon sind. Es wäre einfach nicht mehr das Derby, wenn so etwas zum Dauerzustand werden würde. Daran kann keinem Fan gelegen sein", so der Schweizer.


"Nur ein Spiel" - Auch Thuram findet klare Worte


Für Marcus Thuram gehört Gewalt ebenso wenig ins Stadion: "Dass ein solches Derby große Emotionen auslöst, das gehört zum Fußball. Gewalt und Fan-Ausschreitungen aber haben für mich keinen Platz im Fußball, dafür habe ich null Toleranz", sagte der Angreifer, der für neun Millionen Euro von EA Guingamp an den Niederrhein wechselte, gegenüber Sportbuzzer.


Am Ende des Tages sei Fußball "auch nur ein Spiel", bei dem "auf dem Platz, aber auch außerhalb" Regeln gelten, die es einzuhalten gilt. "Und Fairness", machte Thuram in aller Deutlichkeit klar, "steht für mich immer an oberster Stelle."


Was das Derby bedeutet, weiß er nicht nur von Eskapaden aus der Vergangenheit. "Die Fans sprechen mich auch schon seit Tagen auf dieses Spiel an", erzählt er, "ich weiß also, dass wir sie mit einem Sieg in Köln sehr glücklich machen können." Für einen Sieg im RheinEnergieStadion wolle er daher "alles geben."


Fortschritte bei der Borussia


Doch nicht nur für die Zufriedenstellung der Fans, sondern auch im Hinblick auf die kommenden Wochen geht es für beide Mannschaften um wichtige Punkte. Im schweren Auftaktprogramm gelang den Kölnern vor der Länderspielpause beim SC Freiburg (2:1) der erste Sieg in der jungen Saison, Gladbach hingegen will nach der 1:3-Pleite gegen RB Leipzig mit drei Punkten aus der Länderspielpause zurückkehren, bevor das erste Spiel in der Europa League gegen den Wolfsberger AC auf dem Plan steht. 


Noch ist nicht alles rosig, wie die jüngsten Ergebnisse zeigen, doch Mannschaft macht in den Augen von Thuram "von Spiel zu Spiel Fortschritte" und kommt immer besser mit der Spielidee von Marco Rose zurecht. "Die ersten 45 Minuten gegen Leipzig waren unsere bisher beste Leistung. Wir haben das umgesetzt, was der Trainer von uns sehen will, haben Leipzig unter Druck gesetzt und hatten sehr gute Chancen, um in Führung zu gehen", so der Stürmer, der sich sicher ist: "Wenn wir das in Köln über 90 Minuten zeigen, stehen die Chancen auf einen Sieg nicht schlecht."