Leonardo Bittencourt kam kurz vor dem Ende des Transferfensters nach Bremen und soll in Zukunft die Offensive bei ​Werder beleben. Sein erster Eindruck war hervorragend, die Länderspielpause nutzte er, um sich an die Mannschaft zu gewöhnen. Sein neuer Trainer Florian Kohfeldt schwärmt bereits von den Qualitäten seines Neuzugangs.


​Er könnte die Überraschung der Saison werden: Leonardo Bittencourt stand zu Beginn der Spielzeit noch relativ im Abseits und schien im hochklassigen Kader der ​TSG Hoffenheim keinen Platz mehr zu haben. Dann ergriff allerdings der SVW die Initiative und machte den 25-Jährigen ganz fix zum Last-Minute-Deal.


Dabei wurde schnell klar, dass Werder der ideale Verein für den motivierten Offensiv-Spieler ist, in seinen ersten Tagen in Bremen fühlte er sich zudem extrem wohl. Die Atmosphäre rund um den Klub hat sich seit seiner Ankunft deutlich verbessert, die gute Laune teilt er gerne mit den Kollegen. Doch selbst auf dem Platz erlebte er einen tollen Einstand, wenn auch vorerst nur auf dem Trainingsgelände.


Florian Kohfeldt ist vom Leihspieler sehr überzeugt und unterstreicht seine Wichtigkeit. Vor allem offensiv bringt er viele Fähigkeiten mit: "Leo bewegt sich unheimlich gut in den Zwischenräumen, schlägt schnelle Haken, die Geschwindigkeit mit Ball zeichnet ihn aus", so der Übungsleiter im kicker. Allerdings hebt Kohfeldt noch eine ganz andere Stärke hervor, die Bittencourt erst recht wertvoll macht.


"Er ist ein richtig guter Zweikämpfer gegen den Ball, im Gegenpressing extrem gut." Damit gibt der Trainer bereits leichte Einblicke für das Wochenende, an dem er erstmals mit dem Neuzugang planen könnte. Denn vor allem die Umschaltbewegungen brachten die Bremer bisher um einige Zähler. Ein Kandidat für die Startelf ist der Deutsch-Brasilianer also garantiert.


Bittencourt macht Spaß, selbst mit Verzögerung


​In jedem Fall ist klar, dass der Mittelfeldspieler auf vielen Positionen einsatzbereit ist. ​Die vielen Möglichkeiten ihn einzusetzen, regen allerdings zum Nachdenken an. Die Frage darüber, wie Kohfeldt mit ihm plant, wird erst kurz vor dem Duell mit ​Union Berlin geklärt werden. Bis dahin zählen nicht nur die Anhänger die Tage runter, denn besonders Bittencourt ist heiß auf seinen ersten Einsatz.

Dieser könnte nun anstehen, doch bereits ein Jahr früher hätte er sein Debüt für die Werderaner ebenfalls geben können. Bereits im letzten Sommer warb Werder um die Dienste des Hoffenheimers, kassierte dabei aber eine Absage von Bittencourt. Dieser Umstand ist nun allerdings kein Problem mehr, besser spät als nie trifft es hier wohl sehr gut. Darüber geschwiegen wird im Team dagegen nicht. 


"Bei uns schießt Davy, wenn du letztes Jahr gekommen wärst, hätte ich dich vielleicht genommen …", so Kohfeldt gespielt nachtragend, als Bittencourt nach einer Trainingseinheit noch einen Elfer verwandelte. Bisher passt also alles beim Neuzugang und Werder. Nun muss der Profi nur noch für einen bleibenden sportlichen Eindruck sorgen. Gelingt ihm das, wird er sich in Bremen noch sehr viel schneller wie zu Hause fühlen.