Die rassistischen und diskriminierenden Aussagen vom ​Schalke-Aufsichtsratvorsitzenden Clemens Tönnies Anfang August haben große Wellen geschlagen. In einem Interview ist Kevin-Prince Boateng von den fehlenden Konsequenzen sehr enttäuscht. Er findet, man hätte ein deutliches Zeichen setzen müssen.


"Ganz klar die rote Karte", hätte Clemens Tönnies nach seinen verallgemeinernden, diskriminierenden Aussagen verdient gehabt, findet Kevin-Prince Boateng. Die Aussagen schlugen nicht nur in Deutschland hohe Wellen, viele Leute äußerten sich zu dem Vorfall. 

Als Strafe bekam Tönnies eine dreimonatige Auszeit vom Ehrenrat von Schalke 04. 


Drei Monate Pause: "Wem bringen die etwas?"


Für Boateng - der selbst zweieinhalb Jahre für S04 spielte - viel zu wenig. "Einem Mann in seiner Position darf so etwas nicht passieren", stellt er gegenüber der Sportbild klar. Von einem Ausrutscher möchte er nichts wissen. "Seine drei Monate Pause, wem bringen die etwas? Niemandem! Da hätte man ein Zeichen setzen müssen", so Boateng deutlich. 


Seiner Meinung nach hätte man durch diese Gelegenheit zeigen können und müssen, "dass so etwas nicht akzeptiert wird. Nicht in Deutschland. Nicht in der ​Bundesliga. Nicht in unserem Verein." Schalke hätte es demnach verpasst, vernünftig zu reagieren. 


Beim Pflichtspieldebüt der aktuellen Saison, beim Pokal-Spiel gegen den SV Drochtersen/Assel, zeigten die S04-Fans symbolisch die Rote Karte - das war Boatengs Ansicht nach richtig: "Seine Äußerungen passen nicht zu den Werten des Traditionsvereins Schalke 04, in dem viele Dunkelhäutige und Ausländer spielen. [...] Man muss da eine Linie ziehen."