​In der EM-Qualifikationsgruppe G hat Israel in Slowenien einen großen Schritt in Richtung Europameisterschaft verpasst. Statt auf die erste große Turnierteilnahme seit 1970 hoffen zu können, herrscht nach der 3:2-Last-Minute-Pleite große Ernüchterung - vor allem bei Trainer Andreas Herzog.


Der Österreicher war nach dem Spiel sichtlich aufgebracht. Mit einer starken Leistung hatte sein Team einen 1:0-Rückstand in eine 2:1-Führung gedreht, nur um dann in der 90. Minute den Nackenschlag von Benjamin Verbic zu bekommen. 


Herzog rastet in der Kabine aus


Für den ehemaligen ​Werder- und ​Bayern-Spieler Andreas Herzog wohl nicht die erste Erfahrung dieser Art mit seinem Team. In der Kabine soll er deshalb nach dem Spiel auch seinen Emotionen freien Lauf gelassen haben. "Ihr seid naiv! Ihr werdet nie irgendwas erreichen!", soll er seine Mannschaft angebrüllt haben, berichtet die Bild.​


Doch es ging noch weiter: Der 51-Jährige soll Flaschen durch die Kabine getreten haben, ein Tisch ging offenbar zu Bruch. Einige Spieler sollen sogar Tränen in den Augen gehabt haben. Darunter Leistungsträger wie Bibras Natcho von Partizan Belgrad und Beram Kayal von Charlton.


Israels Technischer Direktor, Willie Rothensteiner, versuchte den Ausraster von Herzog noch Geheim zu halten und drohte: "Wenn das an die Öffentlichkeit dringt, wird das nicht gut für euch sein!" Vergeblich - einen Tag später geistert die Geschichte durch die Medien. Der Verband soll dennoch weiter zu Herzog halten. Am kommenden Spieltag trifft dieser auf sein Heimatland, in Österreich. 


Im Interview: Herzog mit Rundumschlag


Beim Interview mit dem israelischen Fernsehen, war Herzog anzumerken, wie angefressen er war. Der Reporter lobte noch das Spiel der Israelis in der zweiten Halbzeit als eines "der besten Spiele". Herzog antwortete barsch: "Aber das hilft nicht. Wir sagen immer, 'das war gut, dies war gut'. Wir bekommen immer drei Tore. Wir sind nicht professionell genug!"


"Wir träumen immer davon uns zu qualifizieren, aber wir müssen die entscheidenden Dinge auf dem Platz machen", legte Herzog nach.


Am Ende beruhigte sich der Österreicher aber ein wenig und lobte die Leistung seiner Mannschaft. Unter dem Strich nütze das aber alles nichts: "Wir wollen uns qualifizieren und müssen diese Spiele dann auch gewinnen."​