​Der ​FC Bayern München konnte seine Nationalspieler nach einem rein punktetechnisch halbwegs gelungenen Saisonstart in die Länderspielpause entsenden. Sieben Punkte nach drei Ligaspielen bedeuten vor dem bevorstehenden Gipfeltreffen gegen RB Leipzig bislang den zweiten Tabellenplatz. Obwohl die Münchner sich in einigen Kategorien im Vergleich zur Vor-Saison steigern konnten, gibt es aber noch reichlich Luft nach oben.


Gleich zum Ligastart hatten sich die Münchner beim Heimspiel gegen Hertha BSC einen ersten Ausrutscher erlaubt und kamen nicht über ein 2:2-Remis hinaus. Bei den beiden darauffolgenden Partien zeigte sich die Elf von ​Trainer Niko Kovac zwar bereits deutlich zielstrebiger, sowohl beim 3:0-Erfolg gegen den FC Schalke 04 als auch beim am Ende souveränen 6:1-Kantersieg gegen den 1. FSV Mainz 05 benötigten die Münchner aber eine gewisse Anlaufzeit. 

Niko Kovac

Die Entwicklung der Bayern ist noch lange nicht abgeschlossen


Nach fünf Pflichtspielen inklusive der 0:2-Pleite im Supercup gegen den BVB und dem 3:1-Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Energie Cottbus lassen sich bereits erste Trends für diese Spielzeit herausarbeiten.


Standards sind eine echte Waffe


Auffällig dabei, dass ruhende Bälle für den Rekordmeister immer wichtiger werden. So resultierten bislang satte 35,7 Prozent aller Bayern-Tore aus Standards. Im Vergleich zur Vor-Saison entspricht dies einer Steigerung von zwölf Prozent. 


Auch beim Verteidigen von gegnerischen Standards scheint die Mannschaft einen großen Schritt nach vorne gemacht zu haben. So waren in der abgelaufenen Spielzeit noch 30,6 Prozent der Gegentore aus ruhenden Bällen entstanden, aktuell beträgt dieser Wert nur 16,7 Prozent​. Zweifellos eine Verbesserung. Heißt im Umkehrschluss aber auch, dass die bayrische Hintermannschaft aktuell aus dem Spiel heraus leichter zu knacken ist.


Weniger Torraumszenen


Nach dem 6:1-Spektakel gegen Mainz kaum zu glauben, aber dennoch Fakt: Bislang feuerten Torjäger ​Robert Lewandowski und Co. im Vergleich zur Vor-Saison etwas seltener auf das gegnerische Gehäuse. Im Schnitt 17,4 Torschüsse pro Partie bedeuten einen Rückgang von 0,8. Positiv hingegen ist festzuhalten, dass auch die Gegner seltener im Abschlusssituationen kommen (6,6 anstatt vormals 8,2).

Robert Lewandowski

Robert Lewandowski präsentiert sich derzeit in einer herausragenden Frühform


In weiteren Parametern sind weniger gravierende Unterschiede festzuhalten. So wurde die Passquote von ehemals 87,1 Prozent auf aktuell 88,6 leicht optimiert. Ein weiterer Passwert, nämlich der, dass im Schnitt pro Partie knapp 70 Pässe mehr gespielt werden, lässt verschiedene Rückschlüsse zu. 


​So kann man dabei zum einen daraus ableiten, dass die Münchner im Stande sind, ein gepflegtes Kurzpassspiel auf die Beine zu stellen. Kritischere Beobachter können aber genauso gut auch anmahnen, dass die Münchner mehr Pässe, häufig auch in für den Gegner ungefährlichen Räumen, benötigen, um sich in Richtung Tor durch zu kombinieren.


Zweikampfquote fast identisch


Obwohl die Hintermannschaft der Münchner bislang noch nicht jeden Kritiker vollends überzeugen konnte, legten die Schützlinge von Niko Kovac als Team bislang ähnliche gute Zweikampfwerte wie in der Vor-Saison hin. Die Verschlechterung von 52,8 auf nun 52,5 Prozent ist daher kaum der Erwähnung wert. 


Unterm Strich lässt sich also festhalten, dass das bisherige Zahlenwerk beim Rekordmeister die ein oder andere positive Entwicklung aufzeigt. Dass die Münchner nach ihrem Kaderumbruch noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben, dürfte aber klar sein. Die Partie gegen Leipzig am Samstag wird mit Sicherheit weitere wichtige Erkenntnisse liefern.​