​​Robert Lewandowski gilt als einer der besten Stürmer Europas (und damit weltweit). Praktisch seine gesamte sportliche Karriere verbrachte der 31-jährige Pole in der deutschen Bundesliga, wo er für die beiden Vereine spielte, die seit 2010 sämtliche Meistertitel unter sich ausgemacht haben. Auf Augenhöhe wähnt der Stürmer die Klubs dennoch nicht.


Lewandowski: Karriere bei den einzigen deutschen Meistern dieses Jahrzehnts


2014 wechselte Lewandowski vom heimischen Rivalen ​Borussia Dortmund zu den Münchener Bayern. Nicht zuletzt dank seiner Mithilfe konnte die Borussia in den Jahren zuvor durchaus mit der süddeutschen Konkurrenz mithalten - oder sie sogar bisweilen überflügeln. Die Meistertitel 2011 und 2012 fuhr die Borussia vor allem aufgrund der Tore von Robert Lewandowski ein. 

Doch dass sein Abschied aus dem Kohlenpott in die bayrische Landeshauptstadt auch ein Wechsel hin zu einem größeren, besseren Klub war, daran lässt Lewandowski keinen Zweifel. Im vereinseigenen Bayern-TV sagte der Pole jetzt: "Ich erinnere mich an meine ersten Tage bei ​Bayern München. Als ich das erste Mal das Trikot angezogen habe, war das ein besonderes Gefühl." 


Nämlich das Gefühl, auf seinem Körper das Trikot eines großen Vereins zu haben. "Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, auf meinem Körper ein Trikot von einem großen Verein zu haben", so Lewandowski. Eine mehr als nur angedeutete Spitze gegen seinen alten Klub. Wobei der BVB gut daran täte, diese Aussagen einfach mal unkommentiert zu lassen - denn sie beruhen ja durchaus auf Fakten.


Bayern in Deutschland die unangefochtene Nr.1


Es ist einfach unstreitig, dass es in Deutschland derzeit (und schon seit einer geraumen Weile) nur einen Klub gibt, in dem man als Spieler relativ sicher und regelmäßig um die Champions League mitspielt. Die nationalen Titel sind sowieso jedes Jahr das fast schon selbstverständliche Ziel der Bayern. 


Wohlgemerkt: der FC Bayern spielt um die Vergabe des europäischen Königstitels mit- und nimmt nicht einfach nur am Turnier teil in der Hoffnung, vielleicht über das Viertelfinale hinaus zu kommen. Dass diese alljährliche Selbstverständlichkeit im Kampf um die höchsten kontinentalen Weihen logischerweise mit einer "höheren Qualität im Kader" der Bayern einhergeht, wie Lewandowski gegenüber sport.1 bemerkt, ist auch unbestritten. 


Bayern mit Vorsprung aus vierzig Jahren guter Arbeit


Diesen Vorsprung haben sich die Münchener durch gute Arbeit in den letzten vierzig Jahren erarbeitet. Dem BVB ist zu attestieren, dass sie seit dem Beinahe-Zusammenbruch 2005 es geschafft haben, sich Jahr für Jahr weiterentwickelt und die Lücke zum Branchenprimus immer weiter verringert zu haben. Doch schon die Tatsache, dass es der FC Bayern München selbst war, der an der Rettung des BVB maßgeblich beteiligt war, offenbart die Kräfteverhältnisse im aktuellen deutschen Fußball. Damals wie heute. 


Wenn dieses Missverhältnis auch in den nächsten fünfzehn Jahren sukzessive verkleinert werden kann, wird es vielleicht auch wieder Spieler geben, für die es sportlich keinen Unterschied macht, in Dortmund oder in München einen Vertrag zu unterschreiben.