Der FC Bayern München erschließt das nächste Kapitel des digitalen Zeitalters. Wie der Klub auf der ​​​vereinseigenen Website bekanntgab, soll die Allianz Arena Stadionbesucher ab 2020 mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G versorgen. Die versprochenen Features klingen aber mehr nach einer netten Spielerei.


Der Ausbau des 5G-Netzes findet in Kooperation mit der Deutschen Telekom, einem der Hauptpartner und Anteilseigner des FC Bayern, statt. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, versprochen wird ein "noch intensiveres" Stadionerlebnis ab Frühjahr 2020.


"Gemeinsam mit dem FC Bayern München machen wir die neue 5G-Technologie für Fans erlebbar. Sie kann den Besuchern der Allianz Arena über VR oder AR eine neue Dimension der Zuschauererfahrung bieten. Damit bringen wir Fußballverein und Fans noch näher zusammen", wird Michael Hagspihl, Geschäfsführer Privatkunden der Deutschen Telekom, zitiert. 

Manuel Neuer,Philippe Coutinho,David Alaba,Joshua Kimmich,Leon Goretzka

  Das Logo der Deutschen Telekom ist auf den Trikots des FC Bayern seit etlichen Jahren Standard. Künftig will das Unternehmen die Allianz Arena mit 5G-Netz versorgen.


Durch den neuen Mobilfunkstandard, der in Zukunft Download-Geschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde ermöglichen soll, sei es Fans unter anderem möglich, mit Hilfe von Augmented- oder Virtual-Reality-Geräten, die 5G unterstützen, virtuell mit den Spielern auf den Platz einzulaufen oder am Torjubel teilzunehmen. Auch hochauflösendere Livestreams werden versprochen.


"Die Allianz Arena steht für Qualität, Fortschritt und Innovation. Wir freuen uns daher sehr, dass wir mithilfe unseres langjährigen Partners Deutsche Telekom unseren Fans diese besondere Technologie so schnell anbieten können. Nach dem umfassenden WLAN Ausbau im Jahr 2015, ist die 5G-Technologie jetzt der nächste logische Schritt, um das Erlebnis in der Arena rund um das Spiel noch attraktiver zu gestalten", sagt Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. 


Mangelnder Ausbau und Unterstützung: 5G ist noch weit davon entfernt, ein Standard zu sein 


Bislang steckt 5G aber noch in den Kinderschuhen. Von März bis Juni wurden die Lizenzen für 5G-Frequenzen vom Bund versteigert. Die Auktion brachte 6,6 Millliarden Euro, neben der Deutschen Telekom erhielten auch Vodafone, Telefónica (O2) und Drillisch (1&1) die neuen Mobilfunk-Lizenzen. 


Die Telekom startete laut der Fachzeitung Internet World Business erst am Donnerstag den Betrieb in Berlin, München, Köln, Bonn und Darmstadt, bis Ende 2020 sollen "mindestens die 20 größten Städte in Deutschland" mit 5G versorgt werden. Etwas weiter ist Konkurrent Vodafone, der bereits seit Juli 5G anbietet.


Entscheidend ist jedoch nicht nur der Ausbau des Netzes, sondern auch die Weiterentwicklung der Endgeräte. Bislang sind nur wenige Smartphones mit 5G-Unterstützung auf dem Markt, wie beispielsweise das Samsung Galaxy S10 5G oder das OnePlus 7 Pro 5G. Erst mit den kommenden Generationen werden Smartphone-Entwickler das neue Mobilfunknetz in Angriff nehmen, Gleiches gilt für die in der Pressemitteilung angesprochenen Augmented- oder Virtual-Reality-Geräte. 


Ein nettes Gimmick


Die in Aussicht gestellten Features bieten auf dem ersten Blick aber kaum einen wirklichen Mehrwert und wirken stattdessen wie eine nette Spielerei. Ob das Angebot bei Stadionbesuchern auf Anklang trifft, wird sich erst nach Fertigstellung der Baumaßnahmen zeigen. Grundsätzlich ist schnelles und zuverlässiges Internet im Stadion ein netter Service, doch die Ränge füllen sich hauptsächlich aufgrund der Spieler auf dem Platz. Mit ihnen auf dem Rasen zu feiern ist mit Sicherheit besonders ein Traum junger Fans, für Erwachsene klingt der gemeinsame Jubel oder der Einlauf mit der Mannschaft aber eher unspektakulär.