​Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften - ein oft zitiertes Sprichwort, das die aktuelle Lage bei ​Borussia Dortmund treffend beschreibt. Die Schwarz-Gelben stellen zwar eine der besten Angriffsreihen der ​Bundesliga, kassierten an den ersten drei Spieltagen allerdings auch fünf Gegentreffer.


Mit Mats Hummels und Nico Schulz hat der Vizemeister seine Defensive im Sommer mit namhaften Neuzugängen verstärkt. Fünf Gegentore gegen vermeintliche leichte Gegner (​FC Augsburg, ​1. FC Köln und ​1. FC Union Berlin) machen allerdings deutlich, dass die Viererkette noch reichlich Luft nach oben hat. Die Bild-Zeitung hat die Schwächen der BVB-Verteidiger genauer unter die Lupe genommen.


Mats Hummels

Der Rückkehrer vom ​FC Bayern München soll der jungen Mannschaft mit seiner Erfahrung weiterhelfen und der Defensive, vor allem bei gegnerischen Standardsituationen, mehr Stabilität verleihen. Die Zweikampfwerte des Weltmeisters können sich durchaus sehen lassen. Das größte Problem des 30-Jährigen ist allerdings seine Schnelligkeit (mit 32,2 km/h langsamster BVB-Verteidiger). In längeren Laufduellen hat der Ex-Nationalspieler meist das Nachsehen. Vor allem bei der hoch stehenden Abwehr der Schwarz-Gelben ein Problem. Bei Hummels schleichen sich auch immer wieder kapitale Fehler ein.

Zweikampfquote                   ​​Luftkampfquote                          ​Passquote                     
​62,2%​70,4%​87,7%

Manuel Akanji

Der Schweizer Nationalspieler läuft seit Monaten seiner einstigen Topform hinterher. Aufgrund von fehlender Aggressivität in den Zweikämpfen (0 Foulspiele) hat Akanji häufig das Nachsehen. Besonders in der Luft gab der 24-Jährige bislang keine gute Figur ab. Auch das Stellungsspiel des Innenverteidigers lässt manchmal zu wünschen übrig. Aus dem einst so starken Zweikämpfer ​ist ein Unsicherheitsfaktor geworden. Nur in Sachen Passquote sticht der Rechtsfuß heraus.

Zweikampfquote​                    Luftzweikampfquote                 ​​Passquote                     
​56,5%​36,4%​93,4%

Nico Schulz

Nach einer starken Saison bei der ​TSG 1899 Hoffenheim wusste der Nationalspieler beim BVB bislang nur bedingt zu überzeugen. Schulz ist für seinen Offensivdrang bekannt, vernachlässigt allerdings manchmal seine Defensivaufgaben. An der Zweikampfquote des 26-Jährigen gibt es auf den ersten Blick nur wenig auszusetzen. Der Linksfuß geht jedoch meist aus den wichtigen Duellen als Verlierer hervor und lässt über seine Seite immer wieder gegnerische Angriffe zu. Am letzten Spieltag musste der Ex-Hoffenheimer auf der Bank Platz nehmen und Achraf Hakimi den Vortritt lassen, der allerdings mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte und sich nicht wirklich für einen weiteren Startelfeinsatz empfehlen konnte.

Zweikampfquote                 ​Luftzweikampfquote​                    Passquote                     
​66,7%​zu wenig Aktionen​89,7%

Lukasz Piszczek

Der Rechtsverteidiger hat im Duell mit Hakimi bislang die Nase vorn. Beim 34-Jährigen macht sich allerdings das Alter zunehmend bemerkbar. Das fehlende Tempo ist die große Schwäche des Polen, der in vielen Zweikämpfen einen Schritt zu spät kam. Auch bei Kopfballduellen sah der Routinier oftmals alt aus. Piszczek wird sich deutlich steigern müssen, wenn er seinen Stammplatz auf der rechten Abwehrseite behalten will. ​

Zweikampfquote​                Luftzweikampfquote​                    ​Passquote                     
​50%​45,5%​87,5%

Statistik-Quelle: www.ligainsider.de