​Deutschland gegen Niederlande: Das klingt für viele Fans, nicht nur in diesen beiden Ländern, nach Fußball für Feinschmecker. Zum insgesamt 44. Mal stehen sich die beiden zentraleuropäischen Fußballgroßmächte gegenüber. Die Bilanz ist nahezu ausgeglichen. Ein klarer Favorit ist auch für Freitagabend nicht auszumachen. 


Der Druck liegt bei den Niederländern


Wohl aber das Team, das den Sieg eigentlich nötiger hätte: Das sind nämlich die Holländer. Durch ihre Teilnahme an der Endrunde der Nations League im vergangenen Sommer hinkt die Elftal im Spielplan der EM-Qualifikationsgruppe C etwas hinterher. 


So haben die momentan führenden Nordiren beispielsweise schon vier Spiele absolviert, während unsere westlichen Nachbarn auf bisher erst zwei Partien kommen. Da eines von ihnen, nämlich das Heimspiel gegen Deutschland, auch noch verloren ging (2:3), ist schon etwas Druck auf dem Kessel der Holländer. 


Deren Sportdirektor, ​Nico-Jan Hoogma, versucht deshalb auch gar nicht erst, um den heißen Brei herumzureden. Gegenüber der Mopo konstatierte der ehemalige HSV-Abwehrchef: "Klar ist: Wir müssen jetzt aufholen! Natürlich haben wir Druck, aber der ist immer da." 


Erinnerungen an das EM-Halbfinale von 1988


Drucksituation, Schauplatz Hamburg: Da werden natürlich Erinnerungen wach an das legendäre EM-Halbfinale von 1988. Das mit dem mißbräuchlichen Einsatz des Trikots von Olaf Thon durch Ronald Koeman, das mit dem unwahrscheinlichen van Basten-Tor in der 89. Minute und auch das mit dem Zorn des DFB-Trosses auf das so "distanzierte Hamburger Publikum" im damals noch sehr zugigen Volksparkstadion. 


Seit jenem 21. Juni 1988 gab es den europäischen Klassiker in Hamburg nur noch einmal: 2011. Genauer gesagt am 15. November dieses Jahres. Somit also schon im neuen, generalüberholten Volksparkstadion. Deutschland gewann mit 3:0 und verzückte das an diesem Abend so gar nicht zurückhaltende Hamburger Publikum genauso wie die Millionen Fans vor den Bildschirmen. Aber es war ein Freundschaftsspiel. Kein Druck eines wie auch immer gearteten Wettbewerbs lastete auf den Teams. 


Deutschland bei Sieg so gut wie durch


Ganz im Gegensatz zu morgen. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt Deutschland, ist es so gut wie durch - etwaige Blackouts gegen die restlichen Gegner in der Gruppe (Nordirland, Weißrussland und Estland) mal außen vor gelassen. 


Lange vor dem ersten Gruppenspiel war klar: Zwischen Holland und Deutschland entscheidet sich der erste Platz. Doch auch wenn Oranje morgen leer ausgeht, hat es in den verbleibenden fünf Spielen gegen die genannten Gegner alle Möglichkeiten, die dann doppelte Scharte gegen die Deutschen auszuwetzen. 


Nur den Blick auf die Tabelle sollten sie in diesem Fall für's erste vermeiden: Denn mit nur drei Punkten (bei denen sie im Falle einer morgigen Niederlage stehenbleiben würden) sieht der Abstand zu den Nordiren (mit Stand heute deren zwölf) doch schon ziemlich erschreckend aus. Die psychologische Bedeutung einer solchen Tabellensituation sollte man nicht unterschätzen. Denn wir alle wissen, wie diese Spiele laufen, die du unbedingt gewinnen musst...


Gesamtbilanz (aus deutscher Sicht):

​SpieleSiege​Unentschieden​Niederlagen​Torverhältnis​
​43​16​16​11​82:71


Heimbilanz (aus deutscher Sicht):

​SpieleSiege​Unentschieden​Niederlagen​Torverhältnis​
​24​8​9​7​45:36

(Quelle: fussballdaten.de)