​Lange schien der Transfersommer des ​SV Werder Bremen eine Enttäuschung zu werden, doch kurz vor dem Ende legten die Grün-Weißen noch einmal richtig zu. Mit Leonardo Bittencourt verstärkte sich Werder am Deadline Day erstklassig, insgesamt war der letzten Transfertag allerdings wie üblich sehr turbulent. 


Das meint auch Bremens Sportchef Frank Baumann, der mit seinen Planungen im letzten Moment noch einen weiteren Hoffnungsbringer an Bord holen konnte. Denn das Leihgeschäft mit ​Bittencourt kann durchaus als Erfolg bezeichnet werden. Ohne große kurzfristige Kosten sorgte Baumann trotzdem für eine langfristige Verstärkung. Eine anschließende Kaufoption wird erst im nächsten Sommer greifen, solang Werder die Liga hält. 


Der Sportchef zauberte also mal wieder etwas aus dem Hut. Schon die letzten Deals am Deadline Day waren mehr als vielversprechend. Serge Gnabry kam 2016 an die Weser, 2017 kam Ishak Belfodil, ein Jahr später Nuri Sahin. Und nun hat es den Deutsch-Brasilianer nach Bremen gezogen, doch andere Optionen wären durchaus denkbar gewesen.

Serge Gnabry

Baumann zaubert immer wieder Überraschungen am letzten Tag hervor


"Wir haben über den Berater die Information bekommen, dass Leo sich eine Veränderung vorstellen kann und vor allem Interesse an einem Wechsel zu Werder hätte. Er hätte auch andere Möglichkeiten gehabt, die TSG 1899 Hoffenheim hätte ihn natürlich auch sehr gerne behalten“, so Baumann in einer Medienrunde. Zu konkreten Vorstellungen kam es also wirklich erst kurz vor dem Ende.


Werder wusste von Bentalebs Verletzung


Ein weiterer Spieler wurde dagegen schon länger mit dem SVW in Verbindung gebracht, wechselte schließlich allerdings nicht. Der Algerier Nabil Bentaleb sollte das Mittelfeld weiter verstärken, doch letztendlich wurde Schalke den Profi nicht los. Die Bremer wussten nämlich bereits seit längerem, dass der Nationalspieler nicht den besten körperlichen Zustand aufweisen konnte.


"Wir haben mit dem Berater Kontakt gehabt und das im Laufe der letzten Woche über diese Schiene erfahren. Aktuell haben wir eine sehr schwierige Situation mit vielen Verletzten, das ist schon genug. Man sieht, dass wir derzeit sehr dünn besetzt sind und wollten Spieler holen, die direkt spielen und uns in dieser schwierigen Situation weiterhelfen können." Somit war ein Transfer hinfällig und Bremen suchte nach weiteren Kandidaten.

Martin Harnik

Auch er spielte eine Rolle am Deadline Day: Martin Harnik


Doch die Suche allein muss nicht immer zum Erfolg führen, auch wenn viele Klubs den Kader am Deadline Day auch noch einmal ausdünnen wollen. Bremen tat dies beispielsweise, indem ​Martin Harnik auf Leihbasis zum Hamburger SV wechselte. Wenn ein Verein noch auf Neuzugänge angewiesen ist, kommt es durchaus vor, dass andere Klubs gewisse Spieler anbieten.


Auch davon berichtete Baumann: "Es kommt noch sehr, sehr viel. Es werden noch sehr viele Spieler angeboten, häufig auch dieselben Spieler von verschiedenen Leuten. Das kommt auch sehr häufig vor. Das Telefon klingelt und Nachrichten kommen beinahe im Minutentakt rein mit 'Top-Weltklassespielern'." Doch die weiteren Optionen erfüllten sich nicht und werden auch das Geheimnis des Sportchefs bleiben.