​Knapp acht Stunden vor Schließung des diesjährigen Sommer-Transfermarktes überschlagen sich die Medien mit Spekulationen um eventuelle Coups in letzter Minute. Da machen auch die spanischen Gazetten keine Ausnahme.


In Madrid erwartet man auf Seiten der Real-Fans doch noch den Last-Minute-Hammer. Oder erhofft man ihn sich?


Die Leistungen der Mannschaft lassen bisher arg zu wünschen übrig, der teuerste Neuzugang (Eden Hazard) fällt noch für ein paar Wochen aus und Zidane mault, dass er seinen Wunschspieler (Paul Pogba) nicht bekommt. 


Ein Szenario wie gemalt, um in Traumwelten abzutauchen. Doch gerade ​Real Madrid hat in den letzten Jahren immer wieder demonstriert, dass man auch noch in den letzten Stunden des Spielermarktes kräftig (und medienwirksam) auf den Tisch hauen kann. Hier eine kleine Auswahl von Reals Transfer-Bomben kurz vor Ladenschluss:


2002: Ronaldo (von Inter Mailand, 45 Millionen Euro) 

Monatelang hatten beide Vereine gefeilscht und gerungen, dann endlich war es geschafft. Und nicht zu früh: etwa eine Stunde vor Fristablauf einigten sich die Klubs, und "il fenomeno", erst kurz zuvor mit der Seleçao Weltmeister geworden (2:0 im Finale gegen Deutschland), wechselte von Italien nach Spanien. Fünf Jahre nachdem er Barcelona in Richtung Mailand verlassen hatte. 


2005: Sergio Ramos (von FC Sevilla, 27 Millionen Euro)

Auch diese Verhandlungen waren nicht leicht. Das Interesse der Madrilenen am jungen Verteidiger war schon seit längerem bekannt. Doch jedesmal, wenn Real-Boss ​Florentino Pérez anfragte, bekam er von seinem andalusischen Amtskollegen José María del Nido nur ein "No" zu hören. Bis zum 31. August 2005. Heute erinnern die jungen Fans gar nicht mehr, dass der Kapitän von Real Madrid und der furia roja seine Karriere außerhalb der spanischen Hauptstadt begann. 


2013: Gareth Bale (von Tottenham Hotspur, 100 Millonen Euro) 

Ein Jahr zuvor musste Pérez bereits erkennen, dass sein Londoner Pendant Daniel Levy ebenfalls kein einfacher Verhandlungspartner ist. Erst wenige Tage vor dem Transferschluss 2012 konnte er den Kroaten Luka Modric von den Spurs loseisen. Pérez war also gewarnt, als er im Sommer 2013 Levy wegen Bale kontaktierte. 


Und die Verhandlungen zogen sich tatsächlich bis ins Unendliche. Am 01. September 2013 unterschrieben schließlich die Parteien den Kontrakt. Laut Pérez soll Bale "nur" 91 Millionen Euro gekostet haben. Heute wissen wir: dies war nur die von beiden Vereinen abgesprochene Summe, die man den Medien stecken wollte. Hintergrund: Pérez fürchtete, dass Cristiano Ronaldo beleidigt sein könnte, wenn er nicht mehr der teuerste Neuzugang Reals aller Zeiten sein würde. Dank football leaks sind die tatsächlichen Zahlen bekannt: 100 Millionen (und ein paar zerquetschte) wechselten kurz danach das Bankkonto. 


2019: Paul Pogba?​

Und heute? Mit Paul Pogba steht ein "galaktischer" Name immer noch im Raum. Doch ob Real den Forderungen der Red Devils nachkommt (Manchester verlangt 160 Millionen Euro) ist mehr als zweifelhaft. Aber das waren die oben genannten Transfers auch...