Mit dem 3:0-Heimsieg gegen ​Hertha BSC ist dem ​FC Schalke 04 der ersehnte Befreiungsschlag gelungen. Auch wenn es keine drei eigene Tore waren, hat man weitere Fortschritte gegenüber den ersten beiden Liga-Spielen zeigen können.


Nachdem man aus den Spielen gegen Borussia Mönchengladbach und Bayern München nur einen Punkt geholt hat, und trotzdem gute Fortschritte hat erkennen können, verdiente sich Schalke gegen Hertha BSC die ersten drei Punkte. 


Der erste Test: Schalke in Ballbesitz


Gegen Gladbach und Bayern konnte man sich zunächst auf die Lauer legen und gegen die Ballbesitz-Teams eher reagieren, als agieren. Während die Defensive in beiden Spielen einen souveränen Job leistete, mangelte es noch an den eigenen, großen Torchancen. Deshalb war man auch bis zum Spiel gegen Berlin am Samstag das einzige Team, das bisher noch kein Tor erzielen konnte. 


Umso "schalkiger" war es dann, dass ausgerechnet ein Eigentor die S04-Anhänger in der heimischen Veltins-Arena jubeln ließ. Davon ungeachtet war die Führung doch auch verdient. Berlin überließ Schalke den Ballbesitz: Damit mussten sie das erste Mal in der noch sehr jungen Saison zeigen, dass sie sich auch ohne Konter- bzw. Umschaltsituationen Chancen und Räume erarbeiten können. 


Dass es zu Beginn eher schleppend voranging, war wenig überraschend. Es gibt auch weiterhin zu viele und zu große Faktoren, die man trainieren muss, als dass man in jedem Bereich des von David Wagner geplanten Fußballs bereits fehlerlos auftreten könnte. So war es schlichtweg die Geduld und das Erzwingen des Tores, was die Führung und am Ende auch den deutlichen Sieg rechtfertigte. 


Harit und Kenny stechen hervor


Auch wenn es keine rasanten, schnellen und zahlreichen Spielzüge gab, aus denen des Öfteren hundertprozentige Gelegenheiten entstanden, ließ sich S04 nicht aus dem Konzept bringen. Durch einen erneut starken Amine Harit, der den langen Seitenwechsel auf den womöglich besten Mann auf dem Platz, Jonjoe Kenny, brachte, kam es zum Tor. Kenny sah den Raum für Daniel Caligiuri, der den Ball gefährlich vor das Tor brachte - bevor Niklas Stark klären wollte.

Maximilian Mittelstadt,Jonjoe Kenny

Vermutlich der beste Schalker auf dem Platz im Spiel gegen Berlin: Jonjoe Kenny



Das zweite Tor lief vom Grundbaustein her ähnlich. Zwar war es dieses Mal eine Umschaltsituation - die erneut von Harit ausging - doch erneut das Erzwingen der Lohn für die Mühen. Der Sonntags-Schuss von Kenny zum wirklich ersten S04-Tor, krönte zum einen die Leistung des Leih-Spielers, und zum anderen das Spiel selbst. 


Auch die weiteren und erneuten Ausfälle, wie zum Beispiel von Matija Nastasic, konnten gut aufgefangen werden. Weston McKennie wird auch weiterhin vom "Destruktiv-Spieler" zur zentralen Figur des Spielaufbaus und der Umschaltsituationen.


So hat Schalke gegen Berlin bewiesen, dass sie auch mit eigenem Ballbesitz umgehen können. Auch wenn der Gegner sicherlich keinen guten Tag hatte, dazu ein wenig Glück im Spiel war, wurden weitere Schritte gemacht - und darauf sollte der Fokus liegen. Während der Länderspielpause wird das Team weiter arbeiten, um in den nächsten Spielen (Paderborn - Mainz - Leipzig) weitere Punkte einzufahren. Der erste Heimsieg seit Ende Januar hat den Königsblauen ein Stein vom Herzen fallen lassen.