​​Hasan Salihamidzic hat sich in einem ausführlichen Interview mit dem kicker zu den Transferaktivitäten des FC Bayern München in diesem Sommer geäußert. Der Sportdirektor zeigte sich dabei tiefenentspannt und erläuterte unter anderem die Vorteile eines straffen Kaders. Die Personalie Leroy Sane versuchte der Funktionär hingegen zu umschiffen.


Eine mögliche Verpflichtung von Leroy Sane war lange Zeit das vorherrschende Thema rund um die Säbener Straße gewesen. Unmittelbar bevor eine Einigung mit Manchester City erzielt werden hätte können, ​verletzte sich der Nationalspieler aber schwer und die Kaderplaner des Deutschen Rekordmeisters nahmen vorerst Abstand von dem Mega-Deal, der die Münchner weit über 100 Millionen Euro gekostet hätte.

Pep Guardiola,Leroy Sane,Jurgen Klopp

Leroy Sane galt als das Transferziel Nummer Eins beim FCB



Im Gespräch mit der Fachzeitschrift versuchte Salihamdizic das Sane-Thema nicht wieder aufkochen zu lassen und wollte sich nicht dazu äußern, ob der Deal wirklich zum Greifen nah gewesen war. "Ich möchte das nicht kommentieren", so Salihamidzic. Den Vorwurf seitens der Medien, sich bei Sane zu lange hinhalten gelassen zu haben, wollte der Sportdirektor so aber nicht stehen lassen und erklärte, dass es sich dabei um das klassische "Sommerloch" gehalten habe.


Verpflichtungen waren kein Plan B


Dass die Münchner anstatt Sane nun mit ​Philippe Coutinho und Ivan Perisic zwei andere prominente Gesichter auf Leihbasis verpflichtet haben, wurde von so manchem Experten zuletzt als Plan B bezeichnet. Salihamidzic sieht dies, wenig überraschend, komplett anders: "Bei Coutinho kann man sicher nicht von einer Notlösung sprechen. Ivan Perisic ist eine sehr vernünftige und auch gute Außenbahn-Lösung, die sich aus der Dynamik des Transfermarkts ergeben hat."


Vielmehr sei es gerade für einen Klub wie den FC Bayern München wichtig, in der Tranferperiode die Ruhe zu bewahren und sich nicht von äußeren Einflüssen kirre machen zu lassen: "Wir wussten immer, dass wir am Ende etwas vernünftiges präsentieren würden, weil wir vieles vorbereitet und geplant hatten. Es war wichtig, auf die Spieler zu warten, die in unseren Planungen eine Rolle spielten, auch wenn Teile der Medien und ein paar Hardliner in den sozialen Netzwerken immer ungeduldiger geworden sind."


Salihamidzic verteidigt kleinen Kader


Ein weiteres Dauer-Thema bei den Bayern war in den letzten Wochen der von vielen Experten und auch Anhängern der Münchner als zu klein angesehene Kader des Rekordmeisters. Wie bereits zuvor, nutzte Salihamidzic erneut die Chance, um die Vorteile dieser Herangehensweise anzupreisen. So sei es prinzipiell wichtig, eine gute Mischung aus Top-Spielern und Talenten zu finden. ​Ein Kader mit zu vielen Superstars sei hingegen ein Risiko für das Mannschaftsklima.

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Mit der Leihe von Coutinho gelang den Bayern der erhoffte Königstransfer



Ohnehin sei es für die Bayern nicht möglich, in jeder Transferperiode dreistellige Millionensummen für neue Spiele auszugeben. Zudem grenze allein die Stärke der aktuellen Mannschaft den Kandidatenkreis ziemlich ein. Salihamidzic weiß aber auch, dass sich die Münchner an die steigenden Preisen auf dem Transfermarkt anpassen müssen. "Man kann sich, wenn man europäisch wettbewerbsfähig sein will, nicht ganz dem Markt verweigern", so der 42-Jährige.


Salihamidzic mit positivem Fazit


Unterm Strich zeigte sich der Sportdirektor mit dem am heutigen Montag auslaufenden Transfersommer sehr zufrieden. Dass die Neuausrichtung des Vereins nach dem Abgang der beiden Vereinsikonen Franck Ribery und Arjen Robben, die nach Anschicht von Salihamidzic nicht eins zu eins zu ersetzen sind, noch lange nicht abgeschlossen ist, ist aber auch dem Sportdirekor klar.


Die Sommer-Einkäufe des FC Bayern


​Spielerabgebender Verein​Transfersumme​
​Lucas Hernandez​Atletico Madrid​80. Mio €
​Benjamin Pavard​VfB Stuttgart​35 Mio. €
​Michael Cuisance​Bor. Möchengladbach​12 Mio. €
​Philippe Coutinho​FC Barcelona​Leihe: 8,5 Mio. €
​Ivan Perisic​Inter Mailand​Leihe: 5 Mio. €
​Fiete Arp​Hamburger SV​3 Mio. €
​Lars Lukas Mai​FC Bayern München II​-

Zu der ​Personalie Kai Havertz, der immer wieder rund um die Allianz-Arena gehandelt wird, wollte sich Salihamidzic zwar nicht äußern, im Laufe des Interviews wagte sich der Funktionär aber zumindest so weit aus der Deckung, um festzuhalten, dass die Münchner ihre Neuausrichtung in den kommenden Transferperioden "auf höchstem Niveau weiter fortsetzen" werden.