​Mit einem erkämpften Sieg gegen Augsburg hat sich der ​SV Werder Bremen vorerst Luft im Tabellenkeller der ​Bundesliga verschafft. Doch nach den ersten drei Punkten kann die Mannschaft noch nicht wirklich aufatmen, denn vor allem die Verletzten-Misere ist weiter sehr kritisch. Von einer wirklichen Befreiung kann in Bremen sowieso noch nicht gesprochen werden.


Nach einem sehr schwierigen Saisonstart wurde nun auch endlich etwas Zählbares mitgenommen. Im Krimi gegen den FC Augsburg setzten sich die Bremer am Ende aufgrund der individuellen Klasse durch und sammelten die ersten Zähler. Im Blick auf das große Gesamtziel war der erste Heimsieg nur der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung, doch er war hart erkämpft.


Die große Freude in den Reihen der Werderaner blieb kurz nach der Partie zumindest äußerlich aus. Platt von einer aufopfernden Leistung und froh über die ersten Punkte, kam die Mannschaft bereits auf dem Feld für eine kleine Besprechung zusammen. Nuri Sahin bezeichnete den Erfolg als reine Erleichterung, "besser kann man es nicht ausdrücken", so der Türke. Denn mit den ersten Zählern sind die großen Probleme weiterhin nicht gelöst.


Hintermannschaft weiter mit Fehlern


Denn einiges funktionierte in den Reihen der Bremer weiterhin überhaupt nicht. Der am Ende auch glückliche Sieg entstand vor allem durch den Willen, nicht aber die spielerische Überlegenheit. Die Leistungen gegen ​Düsseldorf und ​Hoffenheim wirkten teilweise deutlich frischer, auch wenn am Ende kein Sieg zu Buche stand. "Wir haben zwei Mal gut gespielt und nichts geholt, jetzt haben wir gerade in der zweiten Halbzeit nicht so gut gespielt und trotzdem gewonnen", so Sahin.


Doch das mitunter größte Manko bleibt weiterhin die defensive Anfälligkeit. Erneut musste der SVW zwei Gegentore schlucken und zeigte sich immer wieder unsicher. Die Entstehung der Tore ist für den Trainer unverständlich: "Das Tor war irre, unser Thema bleiben diese Fehler", so Kohfeldt. Auch war die Körpersprache nach den Wirkungstreffern der Gäste nicht überzeugend, eine lange Zeit brauchten die Bremer immer, um sich wieder aufzurappeln.

Yuya Osako

Osako ist Werders Hoffnungsbringer



Doch festzuhalten bleibt auch, dass sich die Bremer trotz der Fehler für eine engagierte Leistung belohnt haben. Vor allem die neue Sturm-Hoffnung Yuya Osako sprüht in seiner neuen Rolle vor Spielfreude. Seit dem Abgang von Max Kruse agiert der Japaner wesentlich zentraler, was ihn deutlich effektiver macht. Bereits drei Saisontreffer konnte er bis jetzt beisteuern. Doch auch er kann nichts gegen das Verletzungs-Pech ausrichten.


Nun auch Möhwald: Verletzungs-Pech geht weiter


Kurz vor der Partie am Sonntag wurde bekannt, dass Kevin Möhwald ebenfalls nicht zum Aufgebot gehören wird. Seit Wochen laboriert er dem Vernehmen nach bereits an Knieproblemen, vor der Partie gegen den FC Augsburg wurden die Probleme schlimmer. Noch ist nicht klar, wie lang er ausfallen wird. Doch eine lange Leidenszeit wäre für den SVW fatal; schon jetzt ist die Situation rund um die verletzten Spieler kritisch.


"Es ist eine kleine Seuche, neun Verletzte sind alles andere als normal. Wir haben immer gesagt, dass alles passen muss bei uns. Das ist im Moment nicht der Fall. Es wird auch in den nächsten Wochen darum gehen, möglichst viele Punkte zu holen, um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten", so Frank Baumann. Im Sinne der Schadensbegrenzung versucht Werder nun also so gut es geht umzuplanen, bis die anderen Profis ins Team zurückkehren können.


Diese Werder-Profis fallen momentan aus

SpielerPositionAusfallzeit
Miloš Veljković​​IV​Unbekannt
​Ömer Toprak​IV​Bis Mitte Oktober
​Sebastian Langkamp​IV​Unbekannt
​Ludwig Augustinsson​LV​Bis Anfang Dezember
​Philipp Bargfrede​ZDM​Unbekannt
​Kevin Möhwald​ZM​Unbekannt
​Milot Rashica​LA​Bis Mitte September
​Benjamin Goller​RA​Unbekannt
​Fin Bartels​ST​Unbekannt

Eigentlich bräuchte es für den Kader noch einmal eine Verstärkung, doch der Wechsel von Nabil Bentaleb scheint vorerst vom Tisch zu sein. Einen Neuzugang konnte der SVW allerdings noch vor der Partie vorstellen: Michael Lang sorgte gleich für einen soliden Einstand und verbessert die Situation in der Abwehr merklich. Für die Länderspielpause gilt es nun, sich weiter zu regenerieren und auf die schnelle Genesung der Teamkameraden zu hoffen. Denn noch ist der SVW lange nicht über den Berg.