Kaum eine Karriere hat so einen unglücklichen Anfang genommen wie die von Mamadou Doucouré. Das französische Abwehrtalent steht seit drei Jahren bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, auf seinen ersten Einsatz bei den Profis muss der mittlerweile 21-Jährige aber noch immer vergeblich warten. Nach zahlreichen Verletzungen steht er nun vor einem erneuten Neuanfang und sammelte vor wenigen Tagen einige Einsatzminuten bei der zweiten Mannschaft.


Die Leidensgeschichte von Doucouré begann bereits, bevor der französische Innenverteidiger mit senegalesischen Wurzeln bei Borussia Mönchengladbach angekommen war. In seinem letzten Spiel in seiner französischen Heimat zog er sich einen Muskelbündelriss zu, das Fußballjahr 2016 war für ihn vorzeitig beendet.


Was niemand zu diesem Zeitpunkt ahnte: Genau diese Verletzung sollte sich Doucouré noch drei weitere Male zuziehen. Im Januar 2017, wenige Tage nach seiner Rückkehr auf den Trainingsplatz, verletzte er sich wieder, fiel gar bis Dezember aus, nur um kurz nach seiner Rückkehr wieder bis Februar 2018 pausieren zu müssen. Nach einem Muskel-Teilabriss vergingen weitere Monate, ehe Doucouré auf den Platz zurückkehrte. 

Mamadou Doucoure

Mamadou Doucouré hat bereits in mehreren Trikots für das Mannschaftsfoto von Borussia Mönchengladbach posiert. Aufgrund mehrerer schwerwiegender Verletzungen blieb er dem Rasenplatz im Borussia-Park jedoch fern



Schon im Herbst vergangenen Jahres stand er kurz vor seiner endgültigen Ankunft bei den Fohlen, nachdem er in zwei Einsätzen für die U23 sowie einem Testspiel gegen den VfL Bochum im Sommer überzeugen konnte. Ein weiterer Einsatz in einem Testspiel gegen Preußen Münster hatte allerdings eine weitere Zwangspause zur Folge: Nach einer Grätsche musste Doucouré verletzt ausgewechselt werden, wieder lautete die Diagnose Muskelbündelriss. Zum vierten Mal binnen etwas mehr als zwei Jahren zog sich Doucouré die selbe Verletzung zu. ​Dass er im Sommer die Rückennummer 4 erhielt, ist wohl kaum Zufall. 


Mamadou Doucouré: Verletzungen und Ausfallzeiten im Überblick

​VerletzungDatum​Ausfallzeit ​​Verpasste Spiele
​Muskelbündelriss06.06.2016​213 Tage​26​
​Muskelbündelriss09.01.2017​329 Tage​41​
​Muskelbündelriss07.12.2017​81 Tage​11​
​Muskelteilabriss26.02.2018​214 Tage​16​
​Muskelbündelriss16.11.2018​135 Tage​16​

Daten via transfermarkt.de


Seit April trainiert er wieder mit der Mannschaft. Dirk Bremser, Co-Trainer des mittlerweile beim Hamburger SV tätigen Dieter Hecking, hoffte zum damaligen Zeitpunkt darauf, dass das Abwehrtalent endlich gesund bleibt, wie er gegenüber der Rheinischen Post erklärte: "Mamadou ist ein hochemotionales Thema für uns. Gerade menschlich wünschen wir uns für ihn, dass er gesund bleibt und weiter so gute Fortschritte macht. Er hat sich das absolut verdient. Wir im Verein fiebern alle mit ihm, dass er es jetzt packt."


Dritter Einsatz bei der U23


Bislang, so scheint es, hat Doucouré die vergangenen Monate gut überstanden. So gut, dass er sich wieder bei der U23 behaupten durfte: Wie der ​kicker berichtet, begann der Innenverteidiger beim 3:2-Erfolg über den Bonner SC in der Anfangsformation und wurde nach 67 Minuten ausgewechselt. Erst zum dritten Mal überhaupt lief Doucouré bei der Reserve auf, die erste Bewährungsprobe in diesem Kalenderjahr hat er gut überstanden. Der Weg bis zu den Profis ist länger als angenommen, doch Mamadou Doucouré macht Fortschritte. Seit fast fünf Monaten ist er wieder fit, so lang wie noch nie, seit er in Mönchengladbach angekommen ist. 


Es wird noch eine Weile vergehen, ehe er sich in der Bundesliga beweisen darf, doch für die Verantwortlichen war bereits früh klar, dass man ihn keineswegs hängenlassen würde. So erklärte Sportdirektor Max Eberl bereits im Juli angesprochen darauf, ob man Doucouré, der einen Vertrag bis 2021 besitzt, womöglich verleihen würde: "Wir wollen ihn nach seiner langen Serie von Verletzungen bei uns haben, es gibt von unserer Seite kein Interesse, ihn zu verleihen."