​Sie waren so optimistisch, die Macher beim FC Barcelona, als sie am vergangenen Montag nach Paris flogen, um die katarischen Eigentümer von PSG von ihrer letzten Offerte bezüglich des Neymar-Transfers zu überzeugen. Doch Paris SG gibt nicht klein bei.


PSG besteht weiterhin auf 220 Millionen


Beinahe in Mannschaftsstärke waren sie in die französische Hauptstadt gereist. Generaldirektor Oscar Grau, Technischer Sekretär Eric Abidal, Vorstandsmitglied Javier Bordas und Barcelona-Repräsentant Andre Cury trafen sich - in Abwesenheit des PSG-Präsidenten Nasser Al-Khelaifi - mit PSG-Sportdirektor Leonardo, um ihre letzten Vorstoß zu wagen. Einen Vorstoß, mit dem sich Barça finanziell bis an die Decke (und wohl noch ein bisschen darüber hinaus) gestreckt hat: 150 Millionen Euro, zahlbar in zwei Raten, plus zwei Spieler (​Dembélé und Rakitic). Nicht wenige in Barcelona zweifelten daran, dass die PSG-Bosse diese Offerte annehmen würden. Warum auch? Sie selbst hatten vor zwei Jahren 222 Millionen Euro gezahlt. Warum also weniger fordern?


Entsprechend deutlich fiel das "Nein" ihrerseits aus. So zumindest berichtet es die spanische Marca unter Berufung auf den französischen Radiosender Radio Montecarlo. PSG besteht demnach weiterhin auf die Zahlung von 220 Millionen. Abgesehen davon, dass Dembélé selbst überhaupt nicht die Absicht hat, Barcelona zu verlassen, und dies zuletzt auch immer wieder öffentlich kundgetan hat, glaubt man bei PSG, dass bis zum Transferschluss am kommenden Montag zu wenig Zeit zur Verfügung steht, um mit den Spielern eine Einigung zu erzielen. 

Unter diesen Voraussetzungen muss man sagen, dass sich die Barça-Delegation ihren Trip nach Paris auch hätte sparen können. 


Hat Barça nur halbherzig verhandelt?


Hinter vorgehaltener Hand heißt es in der Grafenstadt am Mittelmeer sowieso, dass Barça sein Bemühen um Neymar nur zur Schau stellt, um Messi ruhig zu stellen. Der würde gerne mit Neymar wieder zusammenspielen und hat dies auch diverse Male laut geäußert. Der Klub wiederum will es sich mit seinem Fixstern natürlich nicht verderben und ist deshalb - und halbherzig -  in die Verhandlungen mit PSG eingestiegen. Doch wirklich überzeugt klangen die offiziellen Stellungnahmen rund um das Nou Camp in letzter Zeit nicht. So sprach Klub-Chef Bartomeu kürzlich davon, dass Dembélé besser sei als Neymar.


Des weiteren ist eine breite Front der Barça-Anhänger gegen eine Rückkehr von Neymar. Sportlich hat man gesehen, dass es auch ohne ihn ganz gut klappt. Zudem ist man unter den Fans die ständigen Eskapaden des extrovertierten Superstars leid. Und dann war da ja auch noch die angedrohte Klage Neymars. Angeblich stünde ihm noch eine Bonus-Zahlung in Höhe von 26 Millionen Euro für die Leistung der Unterschrift unter die Vertragsverlängerung zu. Nach seinem Wechsel hatten die Barça-Bosse ebendiese Zahlung verweigert, mit Verweis auf den Umstand, dass er ja den Klub am Ende doch verlassen habe. Dass Neymar trotzdem (und ziemlich dreist) auf die Zahlung pochte, hat ihn rund um das Nou Camp nicht sympathischer gemacht. 


Ob mit dem momentan "Nein" von PSG der Transfer endgültig geplatzt ist, wird sich spätestens in vier Tagen zeigen. Für den Moment spricht jedoch einiges dafür, dass Barça sein Angebot nicht noch einmal erhöhen wird.