​Edmund Stoiber hatte es anlässlich des Empfangs desFC Bayern München in der Bayrischen Staatskanzlei schon ausgeplaudert: Adidas-Chef Herbert Hainer wird Nachfolger von ​Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern München. Doch heißt das im Umkehrschluss, dass die "Abteilung Attacke" beim Rekordmeister endgültig aufgelöst wird?


Adidas-Chef und Hoeneß-Freund Hainer übernimmt


Wer Uli Hoeneß und seine Verbundenheit zum FC Bayern kennt, kann da eigentlich nur Zweifel dran haben. Bayern München ohne die Führung des gebürtigen Ulmers? Undenkbar. Und so ganz geht er ja auch nicht. Nur aus dem operativen Feld hält er sich in Zukunft heraus. Sagt er zumindest. Dort, im tagtäglichen Kleinkrieg mit Medien, Spielervertretern und der nationalen wie internationalen Konkurrenz, übernimmt sein Freund Hainer. 


Überhaupt scheint Hoeneß für die Zukunft ohne ihn entsprechend vorgesorgt zu haben. So soll Oliver Kahn, ebenfalls mit Hoeneß befreundet, ab Januar kommenden Jahres in die Tagesgeschäfte der Münchener eingebunden werden. Perspektivisch soll der "Titan" in ein paar Jahren Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzender beerben. 


Ständiger Zwist zwischen Hoeneß und Rummenigge


A propos Rummenigge: für viele ist der Zwist zwischen ihm und Hoeneß einer der Gründe, weshalb Hoeneß seinen Platz räumt. Die Streitigkeiten zwischen den beiden, vor allem in der Personalie Kovac, haben dem Präsidenten zugesetzt. Das bestätigte nun auch indirekt Edmund Stoiber gegenüber dem kicker, als er zuerst von den Vorfällen bei der letzten Jahreshauptversammlung sprach (in der Hoeneß sich barsche Kritik von der Basis anhören musste) und dann mit den Worten schloss: "Danach kamen die Zwistigkeiten mit Kalle dazu." 


Der kicker selbst schrieb in diesem Zusammenhang kürzlich: "Und die Frage tut sich auf, warum ausgerechnet die Münchener Macher Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sich so schwer damit tun, ihre Souveränität zu leben. Immer häufiger gewinnt man den Eindruck, der eine müsse etwas sagen, um den anderen in den Schatten zu stellen. Und am nächsten Morgen beginnt dieser stille, verbissene Zweikampf von Neuem." "Nächste Morgen" in der bisherigen Konstellation wird es für Uli Hoeneß nunmehr nicht mehr geben. 


Was wird aus Salihamidzic?


Für einen weiteren "Spezi" von Hoeneß, Sportdirektor Hasan Salihamidzic, könnte der Rückzug des Präsidenten indes unangenehme Folgen haben. Der Vertrag von "Brazzo" läuft im kommenden Sommer aus. Ohne einen so starken Fürsprecher im Verein wie Uli Hoeneß könnte die Luft für den Bosnier im nächsten Jahr deutlich rauher werden. Zumal er schon in diesem Sommer unter permanentem Beschuss ob des etwas seltsamen Transfergebahrens der Münchener stand. Wobei man natürlich einschränkend sagen muss, dass Hoeneß' Spruch ("Wenn sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben") Salihamidzic' Arbeit sicher nicht leichter gemacht hat. 


Die Präsidiumswahl findet übrigens am 29. November statt.