Während es zuletzt so aussah, als würde ​Schalke 04 Nabil Bentaleb zumindest für eine Saison, als Teil einer Leihe, an ​Werder Bremen abgeben können, könnte es nun anders kommen. Frank Baumann spekulierte, S04 könnte den Algerier wieder ins Team einbauen wollen. Am Dienstag absolvierte Bentaleb medizinische Tests auf dem Gelände von Schalke 04. Einschätzung und Kommentar.


Zunächst über eine einjährige Leihe, anschließend für rund 20 Millionen Euro verpflichtet, hat Nabil Bentaleb drei Spielzeiten bereits bei Schalke absolviert. Durch einige disziplinarische Auffälligkeiten (nicht nur in der letzten Saison) sollte es nun eigentlich zum Abschied kommen. Eigentlich?


Verbindung zu Bremen - nun doch wieder bei S04 eingeplant?


​Zuletzt war Bentaleb stark mit Werder Bremen in Verbindung gebracht worden. Er wolle unbedingt dorthin wechseln, hieß es aus familiärem Umfeld. Dazu würde er gut ins gesuchte Profil der Bremer passen. Nun spekulierte Sportchef Baumann, Schalke könne Bentaleb wieder einplanen. ​Alexander Jobst legte Bentalebs medizinische Tests auf dem Trainingsgelände des FC Schalke 04 zwar als normalen Vorgang aus, eine dauerhafte "Rückkehr" nach Gelsenkirchen scheint jedoch möglich.


Aus meiner Sicht wäre das aus S04-Sicht die falsche Entscheidung. Natürlich wäre er sportlich und spielerisch gesehen - auf normalem Niveau seinerseits - eine Verstärkung auf dem Platz. Andererseits wiegt diese Möglichkeit (!) nicht gleich oder mehr mit den verbundenen Nachteilen. Zum einen macht sich der Verein nicht gerade glaubwürdig, wenn man nun, wenige Tage vor Ende der Transferphase, das seit Monaten geplante Konzept über den Haufen wirft.


David Wagner war sich mit anderen Verantwortlichen so sicher, dass man Bentaleb nicht noch eine Chance geben wollte, dass er zu keinem Zeitpunkt, während oder nach der Reha, auf dem Trainingsgelände war - und nun ganz plötzlich geht es in die andere Richtung?


Baumann-Aussagen lediglich Verhandlungspoker?


Zudem wäre es ein neuer, potenzieller Unruheherd innerhalb des Teams. Die Spieler wissen, was in den letzten Jahren vorgefallen ist, haben ihre Meinung dazu bilden können. Eine Garantie, dass es nicht erneut zu Ärger und disziplinarischen Verfehlungen kommt, gibt es nicht. Auch das große Gehalt, was er verdient, sollte man angesichts der Thematik eher dazu nutzen, in etwaigen Verhandlungen nochmal eine Schippe drauflegen zu können. 


Natürlich kann diese Aussage auch reine Verhandlungstaktik sein; Baumann könnte sich und seinen Verein so darstellen, als wäre man nicht unbedingt auf den Transfer angewiesen, um so mögliche Zahlungen zu drücken. 


So oder so sollte Schalke dieses mögliche Experiment nicht eingehen. Die Risiken, verbunden mit dem dahinter stehenden Geld, wiegen den potenziellen, sportlichen Mehrwert eher nicht mehr auf - diese Chance hat er sich über die letzten ein, zwei Jahre selbst verspielt.