Durch den Auswärtserfolg auf Schalke bleiben die Bayern an der Tabellenspitze dran und gewinnen mit 3:0. Ein Sieg, der aufgrund der ansprechenden Leistung von Schalke gut möglich um ein Tor zu hoch ausgefallen ist, aber auch das Debüt von Neuzugang Coutinho mit sich brachte. Wir werfen einen Blick auf die taktische Anlage des Bayernspiels in dieser Partie.


Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Thiago rückte Kimmich auf die zentrale Position vor der Abwehr. Pavard übernahm folglich den Part rechts hinten in der Abwehr und bildete mit Süle, Hernandez und Alaba die Viererkette. Kimmich wurde im Mittelfeld durch Tolisso und Müller unterstützt, im Angriff spielten Coman, Lewandowski und Gnabry. 


Ein Touch Guardiola


Interessant war zu beobachten, dass Alaba im Aufbau- bzw. Offensivspiel häufig neben Kimmich einrückte und sich somit im zentralen Mittelfeld positionierte. Alaba, der diese Position in der Zentrale gerne spielt, bildete mit Kimmich situativ eine Doppelbesetzung im Zentrum und konnte sich mit seinen spielerischen und gestalterischen Qualitäten einbringen. Gut erkennbar war diese Raumbesetzung beispielsweise vor dem Foul von Kenny an Coman, das zum Elfmeter geführt hat: Alaba bewegte sich im Zentrum neben Kimmich, der den Ball an Coman in den Strafraum weiterleitete. Grundsätzlich führt ein einrückender Außenverteidiger dazu, dass der gegnerische Mittelfeldspieler von seiner äußeren Position in die Mitte gezogen wird. Dadurch öffnet sich der Raum auf dem Flügel und sorgt für weniger Gegnerdruck für die eigenen Spieler auf den Außenbahnen. Das so eminent wichtige Doppeln von starken Flügelspielern (Coman, Gnabry) kann auf diese Art und Weise häufiger vermieden werden. Ebenso bildete Alaba eine Anspielstation mehr auf dem Halbfeld und konnte die Ballzirkulation der Bayern unterstützen. 


David Alaba

Alaba rückte gegen Schalke häufig ins Zentrum ein


Wichtig ist der eingerückte Außenverteidiger auch beim Thema Konterabsicherung. Umschaltgelegenheiten des Gegners durchs Spielfeldzentrum können besser kontrolliert und aufgefangen werden, wenn sich der Außenverteidiger in die Zentrale orientiert. Gerade dieser Aspekt war zuletzt ein Schwachpunkt im 4-3-3 der Bayern, Dortmund kam so im Supercup zu gefährlichen Szenen. Auch Schalke schaffte es in der zweiten Halbzeit, die Bayern in der Defensive zu fordern und brachte ein klein wenig Spannung in die eigentlich bereits entschiedene Partie.


Die Zukunft mit Coutinho


Durch den Transfer von Coutinho, der voraussichtlich die offensive Acht/Zehn im System von Kovac bekleiden wird und damit Müller auf die Bank verdrängt, bleibt das Thema Konter- und Gegenangriffabsicherung weiterhin sehr wichtig für Kovac. Mit Martinez auf der Sechs könnte er mehr Defensivstärke aufstellen, nichtsdestotrotz muss in diesem offensiv ausgerichteten System stets eine defensive Balance hergestellt werden.