Hätte man sich am Samstagnachmittag gefragt, wie man am Abend Bayern-Neuzugang Philippe Coutinho die Show stehlen kann, hätte man wohl keine Antwort gefunden. Er aber hatte eine: ​Robert Lewandowski brilliert beim Auswärtssieg auf Schalke mit einem Dreierpack. Nach zwei Spieltagen kann der Pole bereits auf fünf Saisontore zurückblicken. Die Vertragsverlängerung beim ​FC Bayern München ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Berechtigt, denn der FC Bayern tut viel daran, seinen Goalgetter nicht zu verlieren.


Vergangenen Abend schoss "Lewa" die Bundesligatore 131, 132 und 133 für den FCB. Neben dieser stolzen Menge kommt der Pole seit seinem Wechsel nach München im Sommer 2014 auf 31 Torvorlagen. Damit ist Lewandowski an satten 37% aller FCB-Bundesligatore seit 2014 beteiligt. Die Offensive der Münchner läuft im Grunde immer über den Polen.



Und das völlig zu Recht. Lewandowski spielt konstant Weltklasse und ist mit Abstand der beste Stürmer in Deutschlands Spitzenliga. Der 31-Jährige besticht mit körperlicher Robustheit, Schnelligkeit und Spielintelligenz, ist zudem vor dem Tor eiskalt und sicher bei Elfmetern und Freistößen.


Und genau dies ist das Problem der Münchner. Solang Lewandowski fit ist, ist für den FC Bayern alles im Lot. Doch was, wenn er mal länger ausfällt oder doch mal ein Formtief hat? Gibt es Alternativen, die den Stürmer mindestens Ansatzweise ersetzen könnten? Die ernüchternde Antwort lautet: Nein. Lewandowski ist absolut konkurrenzlos im Münchner Sturm. Die möglichen Alternativen Jan-Fiete Arp, Kwasi Okyere Wriedt oder auch Alleskönner Thomas Müller kommen nicht ansatzweise in die Hemisphären, in denen sich Lewandowski bewegt.


No Lewandowski - No Party


In der laufenden Saison haben die Bayern bisher fünf Tore erzielt - alle durch Lewandowski und drei davon durch Standards. Dabei sind die restlichen Offensivkräfte der Bayern nicht weniger ungefährlich. Serge Gnabry, Kingsley Coman und Co. haben oft genug ihre Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt, doch bisher konnten sie sich wenig auszeichnen. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob diese krasse Abhängigkeit beim FCB nur eine kurzfristige Phase ist, oder doch die Folge einer langfristige Entwicklung.


Es erscheint absurd, an den bisherigen Sturmleistungen der Bayern etwas auszusetzen, doch die aktuelle Situation ist gefährlich. Denn die Bayern können einen Ausfall Lewandowskis nicht auffangen oder ersetzen. Die Vertragsverlängerung mit dem Polen ist daher nicht nur sinnvoll, sondern im Grunde unvermeidbar.