​Die Kaderplander des ​VfB Stuttgart rund um Sportdirektor Sven Mislintat haben in diesem Sommer die Mannschaft des Absteigers einmal komplett auf links gedreht und konnten einige wichtige Neuzugänge präsentieren. Im Zuge der Umstrukturierung der Schwaben wurde auch vor bekannten Namen keine Rücksicht genommen. Weitere Anpassungen würden dem Team von Trainer Tim Walter aber gut zu Gesicht stehen.


Gleich zu Beginn der Gedankenspiele sollte man festhalten, dass es sich bei dem Transfermarkt um kein Wunschkonzert handelt. Dies gilt insbesondere auch für Klubs aus der zweiten Liga, selbst wenn sie finanziell so gut dastehen wie der VfB. Behält man diese Ausgangslage im Hinterkopf, kommt man nicht umhin, Mislintat und seinen Mitarbeitern bis hierhin ein gutes Zwischenfazit auszustellen.

Tim Walter

Tim Walter kann bereits auf einen guten Kader zurückgreifen.


Potenzial für Verbesserungen gibt es aber natürlich auch im Ländle. Dabei geht es, auf den ersten Blick womöglich kurioserweise, nicht vorrangig darum, die Mannschaft durch weitere Neuzugänge zu verstärken, sondern auch das Vereinsklima im Blick zu behalten.


Dauerthema Anastasios Donis


Ein Spieler, der in diesem Zusammenhang zwingend erwähnt werden muss, ist selbstverständlich Anastasios Donis. Obwohl der griechische Angreifer zweifelsohne über extrem starke Anlagen verfügt, scheint er sich auch unter Walter nicht durchsetzen zu können. Wie bereits seinen Amtsvorgängern ist dabei dem neuen Cheftrainer die fehlende Qualität - Kritker würden eher von Bereitschaft sprechen - des Youngster im Spiel gegen den Ball ein Dorn im Auge.


​Mit dem FC Genua soll nun endlich ein potenzieller Abnehmer gefunden worden sein. Der VfB täte gut daran den wechselwilligen Stürmer, sofern die Tranfereinnahmen ein vernünftiges Maß erreichen, ziehen zu lassen. Nicht nur im Fußball gilt schließlich das Motto, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.


Nicolas Gonzalez hingegen, sollte dem VfB erhalten bleiben. Auch um den 21-jährigen Mittelstürmer ​rankten sich zuletzt Transfergerüchte. Da Walter aber große Stücke auf den jungen Gaucho hält und dieser in das System des Ex-Kielers nahezu ideal zu passen scheint, dürfte sich in dieser Richtung nichts mehr tun.


In allen Mannschaftsteilen gut aufgestellt


Geht man alle Mannschaftsteile des Aufstiegsfavoriten einzeln durch, kommt man zu der Erkenntnis, dass weitere Neuzugänge nicht zwingend von Nöten sind. So könnte man denken, dass den Stuttgartern ein Backup für Rechtsverteidiger Pascal Stenzel fehlt. Wenn man aber weiß, dass ​Neuzugang Wataru Endo, der eigentlich als defensiver Mittelfeldspieler gelistet ist, ebenfalls dieses Posten bekleiden kann, zeigt sich, dass auch hier keine Not am Mann ist.


Eine Verstärkung für die Innenverteidigung wäre - Stand jetzt - nur dann nötig, wenn sich ein weiterer Spieler schwer verletzen sollte, oder etwas ganz Verrücktes passiert und für Kapitän Marc Oliver Kempf noch ein unmoralisches Angebot ins Haus flattert. Auf lange Sicht muss sich der VfB aber definitiv in Sachen Abwehrzentrale Gedenken machen, schließlich ist Nathaniel Phillips nur ausgeliehen und wird Holger Badstuber wird nicht jünger.


Die Angreifer des VfB im Überblick:

Name​Position​Alter​
​Nicolas Gonzalez​MS​21
​Anastasios Donis​MS​22
​Silas Wamangituka​MS​19
​Sasa Kalajdzic​MS​22
​Mario Gomez​MS​34
​Hamadi Al Ghaddioui​MS​28

Auch im Mittelfeld kann Walter auf ausreichend Spielermaterial zurückgreifen, um seine bisherige Anordnung im 4-4-2-System mit Raute durchzuziehen. Sollte der Coach in Zukunft vermehrt auf ein Flügelspieler setzen, könnte man prinzipiell noch über einen weiteren Spezialisten nachdenken, zumal Nicolas Gonzalez wohl für die vorderste Sturmreihe eingeplant ist und Anastasios Donis vor seinem Abschied steht.


Im Sturm sind die Stuttgarter spätestens nach der ​Verpflichtung von Silas Wamangituka sehr breit aufgestellt. Dabei können die Stuttgarter auch Ausfälle wie den von Sommer-Neuzugang Sasa Kalajdzic kompensieren. Ob es dabei den jungen Talenten gelingt, sich dauerhaft durchzusetzen, wird die Zeit weisen.