Eintracht-Profi Martin Hinteregger avancierte zum Star des vergangenen ersten Spieltags. Lediglich 36 Sekunden benötigte er, um das Siegtor gegen die ​TSG 1899 Hoffenheim zu schießen. Auch im weiteren Spielverlauf bestach er einmal mehr durch seinen nimmermüden Kampfgeist - weswegen die hiesige Doping-Agentur nun gegen den Österreicher ermittelt.


Martin Hinteregger ist bekannt als fannaher Sympathieträger. Kurzweilige Interviews, knochenharte Zweikämpfe und seine leidenschaftliche Identifikation spielten den 26-Jährigen seit Beginn seiner Ausleihe direkt in die Herzen der ​Frankfurt-Fans. Als er im Sommer dann zu seinem Ex-Verein ​FC Augsburg zurückkehrte, sorgte er für Furore, als er zum Trainingsauftakt mit einem Eintracht-Frankfurt-Rucksack erschien.

Martin Hinteregger

Martin Hinteregger fühlt sich in Frankfurt gut aufgehoben



Folglich feilte man an einem Wechsel zurück in die Commerzbank-Arena, in der man in der vergangenen Saison die Herzen von Fußball-Deutschland höher schlagen ließ. Mehr als zehn Millionen Euro ließ sich die Eintracht ihren neuen alten Abwehrchef kosten. In Frankfurt sollte man dies aber gern gemacht haben; schließlich passt es einfach zwischen „Hinti“ und dem Klub. Besonders nach dem fulminanten Aufstieg der vergangenen Jahre scheint das Gesamtgefüge am Main zu stimmen.


Skandal-Profi Martin Hinteregger?

Außer es kursieren Doping-Vorwürfe. Hausgemachte Doping-Vorwürfe. Denn auch dafür steht Martin Hinteregger. Für Aktionen, die vielleicht auf den zweiten Blick nicht unbedingt angebracht sind. In Augsburg sagte er einst über seinen damaligen Trainer Manuel Baum, dass er nichts Positives über ihn sagen könne und dass er selbst nicht genau wüsste, nach welchem System gespielt werden würde. Oder erinnern wir uns an eben jene ​Rucksack-Aktion, die bei den Augsburg-Fans ebenfalls nicht wirklich auf Verständnis traf.

Martin Hinteregger

Hinteregger während "dem Krampf seines Lebens"



Zurück zu den Doping-Vorwürfen: Noch während des Spiels gegen Hoffenheim musste Hinteregger das Feld verlassen. Grund war ein hartnäckiger Krampf in seiner Wade. „Der Krampf meines Lebens“, wie er später sagte. Beendet hat er das Spiel aber auf dem Platz, in typischer Eintracht-Manier: Kämpfen bis zum Schluss. Doch auch der Frankfurter Mannschaftsarzt hatte derweil seine Finger mit im Spiel. „Er konnte mir helfen und dann gings weiter!“, gab sich Hinteregger nach dem Spiel kämpferisch.


Eine Nadel und eine Tablette

Die Hilfe war zunächst eine Akupunktur-Nadel und später eine Tablette. Genau diese Tablette wird die Nationale Anti-Dopingagentur (NADA) nun genauer unter die Lupe nehmen. Laut der Eintracht sei es eine erlaubte, hochdosierte Kohlenhydrattablette gewesen. Doch auch das Thema Schmerzmittel steht im Raum.

Ishak Belfodil,Martin Hinteregger

Dem Österreicher (rechts) ist kein Zweikampf zu viel



Auch davon seien nicht alle Tabletten schlichtweg verboten. Gesundheitliche Risiken sind während einer unmittelbar darauffolgenden Belastung, wie es bei Hinteregger der Fall war, definitiv vorhanden. Eine Doping-Sperre wird Hinteregger also womöglich nicht davon tragen müssen. Eine weitere öffentliche Diskussion wahrscheinlich schon. Doch das wird die Eintracht-Fans nicht von ihrem Liebling abschrecken. Solange er auch in den nächsten Partien alles für die Adler gibt.