​Ex-Profi ​Thomas Berthold hat sich in seiner Rolle als Gast-Kolumnist bei der BILD zu der angedachten Verpflichtung von Bas Dost seitens seines Ex-Klubs ​Eintracht Frankfurt geäußert. Dabei zeigte sich der Weltmeister von 1990 wenig überzeugt und erklärte, wieso der Mittelstürmer kein echter Ersatz für Sebastian Haller sein kann.


Mit Luka Jovic und ​Sebastien Haller haben die Hessen in diesem Sommer zwei treffsichere Angreifer an zahlungskräftige Vereine aus dem Ausland abgegeben. Klar war daher schon seit geraumer Zeit, dass die Frankfurter in der Sturmzentrale noch einmal nachlegen müssen, schließlich wollen die Adler auch in dieser Saison auf mehreren Hochzeiten tanzen und dabei auch international wieder für Furore sorgen.

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Bas Dost ist ein alter Bekannter der Bundesliga


Wie die Verantwortlichen der Eintracht mittlerweile bereits bestätigt haben, konnten sie mit Bas Dost einen ihrer Meinung nach passenden Ersatz für Haller ausfindig machen. ​Die Verpflichtung des 30-jährigen Niederländers steht unmittelbar bevor und wenn alles nach Plan läuft soll der wuchtige Stürmer bereits am Donnerstag im Kader der Frankfurter für das Europa-League-Qualifikationsspiel gegen RC Straßburg Alsace stehen.


Nicht so spielstark wie sein Vorgänger


In seiner Kolumne für die Bild erklärte Berthold nun jedoch, wieso die Frankfurter seiner Einschätzung nach dabei womöglich in Sachen Neuverpflichtung keinen allzu guten Job gemacht haben. Dabei unterstellte er den Kaderplanern der Frankfurter mangelnde Kreativität und hätte eher mit einem jüngeren, noch entwicklungsfähigerem Spieler gerechnet. Dabei hätte er sich, wie zuvor bereits mehrfach erfolgreich erprobt, eine Leihe mit anschließender Kaufoption gut vorstellen können.


"Mein erster Gedanke war: Bei der so hoch gelobten Scouting-Abteilung haben die nichts anderes im Köcher als Bas Dost? Ehrlich jetzt? Es muss doch irgendwo auf der Welt einen talentierten, kopfballstarken Stürmer geben", befand Berthold.


Doch nicht nur das Alter des kommenden Adler-Stürmers gab Berhold zu Bedenken. Vielmehr sprach er dem derzeit noch bei Sporting Lissabon unter Vertrag stehendem Mittelstürmer jene spielerische Klasse ab, die Haller in der Vor-Saison so wichtig hatte werden lassen. Bas Dost hingegen, sei auf sein Spiel im gegnerischen Sechzehner limitiert. Eine vergleichbare Dynamik wie der abgewanderte Franzose könne der deutlich schmächtigere Holländer nicht auf den Rasen zaubern.


Berthold sieht auch Pluspunkte


Als Fehleinkauf will Berthold den ehemaligen Wolfsburger aber dennoch nicht abstempeln. So räumte der Europameister von 1996 ein, dass der Torjäger in der portugiesichen Liga eine beeindruckende Trefferquote aufweisen konnte und auch im Eintracht-Dress seinen Torriecher wohl kaum einbüßen werde.


Das Spielerprofil von Bas Dost:

​Position​MS
​Alter​30
​Nationalität​niederländisch
​Sporting-Spiele​127
​Sporting-Tore​93
​Marktwert​17 Mio. Euro


(Marktwert laut transfermarkt.de)​


Darüber hinaus sei die Bundesliga-Erfahrung des 18-fachen niederländischen Nationalspielers, der von 2012 bis 2016 für die Wölfe auf Torejagd gegangen war, ein großer Trumpf. Eine lange Eingewöhnungsphase wird der Rechtsfuß daher wohl kaum in Anspruch nehmen müssen. Unterm Strich legte der Ex-Verteidiger daher Wert darauf, zu betonen, dass man Dost in Frankfurt eine faire Chance geben sollte. Was am Ende dabei herauskommt, werden die nächsten Monate zeigen.