​Der kicker editiert seinen aktuellen online-Artikel um eine mögliche Rückkehr von ​Mario Mandzukic zum ​FC Bayern München mit einem Archivfoto. Das darauf zu sehende Bayern-Personal verdeutlicht die ganze aktuelle Misere des Rekordmeisters. 


Auf dem Foto, es muss auf jeden Fall vor dem Sommer 2014 geschossen worden sein, sieht man die Bayern-Spieler mit Medaillen um den Hals. In der Mitte stemmt Mandzukic die Meisterschale in den Himmel, unscharf sind im Vordergrund ein paar Konfetti-Fetzen auszumachen. 


Der Blick auf diese Bayern-Mannschaft lädt zur Nostalgie ein. Fünf Jahre. Das ist in einem normalen Leben schon eine recht lange Zeit, aber halt noch keine Ewigkeit. Im Fußball jedoch schon. 


Verfällt der FC Bayern in Aktionismus?


Der Blick auf das Foto, bei gleichzeitigem Wissen um das Mandzukic-Gerücht, entlarvt das Handeln der aktuell verantwortlichen Personen an der Säbener Straße als desaströs. Da die eigentlich angepeilten Transferziele (bis jetzt, könnte man noch einschränkender Weise und mit Verweis auf den Transferschluss am 02. September sagen) sämtlich verfehlt wurden, beginnt nun der in solchen Fällen typische - und überaus gefährliche -  Aktionismus. Und der Rückgriff auf die gute, alte Zeit. Und wer dies die Frechheit besitzt zu kommentieren, wird von den Münchener Machern als Schlechtmacher diffamiert. 


Natürlich ist ein Mario Mandzukic kein schlechter Stürmer. Sonst hätte er nicht nur vor Jahren schon mal Bayern gespielt - er tat dies ja auch ziemlich erfolgreich. Tor im deutschen Champions-League-Finale inklusive. 


Auch ein Ivan Perisic ist weiß Gott kein übler Kicker. Sonst wäre er wohl kaum im vergangenen Jahr Vize-Weltmeister mit Kroatien geworden (woran er einen erheblichen Anteil hatte). 

Aber im Fußball gilt das Gestern nur für die Fans. Die in diesem Geschäft Verantwortlichen müssen an das Morgen - oder besser noch ans Übermorgen - denken. Die Entwicklung im Auge halten, Strömungen erkennen. Wohin fließt das alles? 


Warum jetzt kein neuer Anlauf bei Sané?


Selbstverständlich muss man auch pragmatisch sein. Wenn gewisse Lösungen für den konkreten Moment einfach nicht drin sind, muss man sich nach Alternativen umschauen. Aber gab es tatsächlich keine Alternative zu Mandzukic? Ist Perisic, so kurzfristig auch immer, wirklich eine Übergangslösung für die Sané-lose Übergangszeit bis zum Winter? Warum überhaupt prescht man in der Causa des ManCity-Stars jetzt nicht noch mal vor? 


Weil sie gefangen sind in ihrer eigenen Vergangenheit. Das ist im Fußball das Schwerste: die schönen Momente gehen zu lassen. Sie nicht einzusperren, so verführerisch es auch ist. Das Foto, von dem ich eingangs schrieb, zeigt eine jubelnde Schar Bayern-Spieler. Warum nicht jünger als 2014? Weil an gewisser Daniel van Buyten darauf zu sehen ist. Der Belgier stand bis 2014 in München unter Vertrag! Da wurde Deutschland zum letzten Mal Weltmeister! Aktuell sind es bekanntlich die Franzosen. Daran kann man schon ermessen, wieviel fünf Jahre im Fußball-Universum sind. Auf jeden Fall mehr als im wahren Leben. 


Vor fünf Jahren wechselte übrigens ein gewisser Ivan Rakitic vom FC Sevilla zum großen FC Barcelona. Das Jahrfünft ist natürlich auch an dem ehemaligen Schalker nicht vorbeigegangen. Mittlerweile ist Rakitic ein Weggangskandidat bei den Katalanen. Kroate! Mit Bundesligaerfahrung! Nicht mehr allzu teuer! Und immer noch in der Lage, jeder Mannschaft der Welt zu helfen.


Würde mich nicht wundern, wenn die Bayern auch diesen kroatischen Nationalspieler bald als Transferziel ausmachen.