​Diese Asse hätte jeder gerne beim Fußball-Quartett im Ärmel. Der eine bringt es auf 300 Bundesligaeinsätze, der andere war schon an 74 Treffern in der Liga (in-)direkt beteiligt. Qualität, Erfahrung und Torgefahr bringt das Transferpaket um Hummels, Schulz, Hazard und Brandt gewiss mit. Jetzt ist es an Lucien Favre, die PS auf die Straße zu kriegen und eine perfekt abgestimmte Einheit zu formen. Wir werfen einen Blick auf die neuen Spieler des BVB und analysieren, wer sich als Trumpfkarte im Kampf um die Meisterschaft erweisen könnte.


Stürmer gewinnen Spiele, die Defensive aber die Meisterschaft. So oder so ähnlich hat sich schon mal jeder Fußballexperte zum Besten gegeben, ein Fünkchen Wahrheit steckt in dieser Phrase aber unbestritten drin. Das haben sich wohl auch die Verantwortlichen des BVB gedacht, als man Mats Hummels und Nico Schulz verpflichtete. Gerade dieser Mannschaftsteil zeigte in der Vorsaison zu oft Nerven und kostete Dortmund wertvolle Punkte in der Meisterschaft. Hummels soll hier vorangehen und neben einem sportlichen Upgrade auch eine zusätzliche Führungspersönlichkeit darstellen. Der Verteidiger, der mit drei Meistertiteln aus München im Gepäck anreist, soll der jungen Dortmunder Innenverteidigung die dringend benötigte Ruhe und Stabilität verleihen. Ebenso wird er sicherlich auch mit seinen Fähigkeiten im Spielaufbau eine wichtige Rolle beim BVB spielen. Das spielerische Vakuum im Zentrum, das seit dem Weggang von Ilkay Gündogan nie so wirklich geschlossen werden konnte, kann nun durch Hummels und seine Aufbauqualitäten wieder ein wenig verdrängt werden. Julian Weigl zeigte zudem gute Ansätze im Supercup.


Schulz wird dem Offensivspiel des BVB ebenfalls gut tun. Sein ständiger Drang nach vorne erinnert an einen gewissen Marcel Schmelzer in jungen Jahren und wird die Position links hinten wieder hochwertig besetzen. Das Wechselspiel der letzten Saison, mit Hakimi, dem positionsfremden Diallo und Guerreiro, sollte nun der Vergangenheit angehören und Routine und Stabilität in die Spielabläufe des linken Flügels bringen.

Julian Brandt

Julian Brandt kam vor der Saison von Bayer Leverkusen nach Dortmund



BVB: Offensiv droht die Qual der Wahl


Mit Thorgan Hazard und Julian Brandt hat Dortmund zwei sehr talentierte, aber auch bereits bundesligaerfahrene Spieler verpflichtet. Beide haben in ihren Vereinen schon zum Teil berauschende Leistungen gezeigt und stehen nun vor der Aufgabe, in Dortmund den nächsten Schritt zu gehen. Hazard dürfte dabei auf den Flügeln und im Sturmzentrum eingeplant sein, während Brandt ebenfalls über außen kommen kann, im letzten Jahr aber auch durchaus unter Peter Bosz im zentralen Mittelfeld zu überzeugen wusste. Hazard kann als Ersatz für Pulisic gesehen werden und besticht mit Tempo, Dribbelstärke und einer guten Orientierung zum Tor. Brandt hingegen wäre neben dem Einsatz auf dem Flügel eine interessante Option im zentralen Mittelfeld. Witsel könnte dabei den einzigen Sechser abgeben, während Brandt und Reus auf den Achtern / Zehnern agieren könnten. Flankiert von Hazard und Sancho könnte die Sturmspitze (Götze oder Alcacer) gefüttert werden. 


Neben der Qualität, die Brandt und Hazard unbestritten mitbringen, wird es nun eminent wichtig sein, dass sich beide Spieler zu Leistungsträgern entwickeln und eine Siegermentalität aufbauen. Der BVB braucht nämlich bei den eigenen hohen Zielen nicht nur Spieler, die das 3:0 und 4:0 erzielen und zaubern, sondern auch vermehrt Akteure, die in schwierigen und umkämpften Partien den 1:0 Siegtreffer erzielen. Marco Reus allein wird hier nicht ausreichen, der Kapitän des BVB wird Entlastung benötigen.