​In der vergangenen Saison wurde der Zukunftsrahmen für Johannes Eggestein vorgegeben. Sein Vertrag wurde bei ​Werder Bremen um weitere Jahre verlängert, doch welche Perspektive hat der Angreifer wirklich? Trainer Florian Kohfeldt ist sich sicher, dass Eggestein in einer neuen Rolle noch mehr Potenzial hat. Dementsprechend formt er seinen Schützling nun allmählich um.


Vor wenigen Tagen bat Trainer Florian Kohfeldt seinen Youngster Johannes Eggestein zu einem Einzelgespräch. Normalerweise handelt es sich bei solch einer Beratung um disziplinäre Maßnahmen oder ordentliche Rüffel. Doch Kohfeldt nutzte diese Gelegenheit, um mit Eggestein über seine Zukunft zu sprechen. Ab der kommenden Saison hat er mit dem 21-Jährigen nämlich etwas besonderes vor.

Johannes Eggestein,Lucas Digne

Eggestein geht mit viel Selbstbewusstsein in die neue Saison



Wie der Weserkurier berichtet, will der Übungsleiter seinen Schützling nämlich zu einem Mittelfeldspieler mit Stürmer-Qualitäten umfunktionieren. Damit steht für "Jojo" eine große Veränderung an. Immerhin wurde er seit der Jugend als klarer Mittelstürmer ausgebildet und zwar mit Erfolg. In der U19-Bundesliga erzielte er beispielsweise 33 Tore in 26 Spielen, doch bei Werder war seine Position ein Problem.


Denn mit der großen Konkurrenz boten sich Eggestein kaum Einsatzzeiten im Angriff. Wenn überhaupt, kam der 21-Jährige über den rechte Flügel zum Einsatz. Allerdings wussten Eggestein und Kohfeldt, dass dies nicht die ideale Lösung sein kann. Deswegen wollen beide nun den Weg gehen, den gelernten Stürmer zu einem Zehner umzubilden. "Ich habe im Einzelgespräch zu ihm gesagt: Jojo, ich will mit dir diesen Weg weitergehen, aber ich möchte, dass du dich als offensiver Mittelfeldspieler begreifst, der wie ein Stürmer denkt", so Kohfeldt.


Kohfeldt weiter mit großem Vertrauen in Eggestein


Der Trainer versichert ihm also seinen Platz ​im Langzeitplan, fordert allerdings eine Umstellung. Eggestein soll ein Alleinstellungsmerkmal bekommen, dass ihn zu einem ganz besonderen Spieler machen könnte. Dass der Youngster diese Qualitäten hat, bewies er bereits während der Vorbereitung. Bereits dort experimentierte Kohfeldt schon mit der neuen Rolle von Eggestein und ließ ihn gegen den SD Eibar sogar im zentralen Mittelfeld auflaufen.


Dort machte er seinen Job allerdings sehr gut, was er mit einem Treffer unterstrich: "Nehmen wir das letzte Tor gegen Eibar, da kommt Jojo aus der Achterposition, hat aber einfach diesen Riecher, zu wissen: Wann gehe ich tief und wie schließe ich ab? Das kann ihn wirklich zu einem sehr wichtigen Spieler für uns machen. Und da sehe ich ihn." Auch Eggestein selbst ist mit der neuen Aufgabe zufrieden und will sich den Forderungen anpassen.

Yuya Osako,Davy Klaassen,Maximilian Eggestein

Im Mittelfeld wartet auf Eggestein nicht weniger Konkurrenz



Vor allem dies sei Kohfeldt sehr wichtig, denn es geht darum, junge Spieler innerhalb ihrer Erwartungen und Grenzen zu formen. Sollte ein Youngster darüber hinaus gehen müssen, kann die Arbeit keinen Erfolg bringen. Im Mittelfeld will Eggestein nun also mit der neuen Situation klar kommen. Dabei trifft er auf andere Konkurrenz als im Angriff, die eingespielten Maximilian Eggestein und Davy Klaassen sind beispielsweise nicht zu verdrängen.


Doch Jojo weiß, dass er sich durchsetzen kann und auch muss, um weiterhin seine Chancen zu erhalten. Die Marke von vier Treffern aus dem Vorjahr will er in jedem Fall überbieten, dafür bräuchte es allerdings viele Einsätze als Starter. "Jojo ist mit Sicherheit jemand, der um Startelfeinsätze kämpft", sagte Kohfeldt abschließend über seinen Schützling im neuen Gewand.