​Im letzten Jahr begeisterte ​Eintracht Frankfurt die Fans in Deutschland und in ganz Europa. Zuerst im DFB-Pokalfinale gegen die Bayern, danach auf der Euro-Tour durch die großen Stadien des Kontinents. Erst im Halbfinale war für die Adler der Flug vorbei. Im gestrigen Erstrunden-Match im DFB-Pokal beim Drittligisten Waldhof Mannheim (5:3) konnte die SGE jedoch lange Zeit nicht überzeugen.


Seit dem internationalen Husarenritt der Frankfurter durch die Europa League ist einiges passiert. Vor allem im Kader. Mit Luka Jovic und Sebastién Haller verließen zwei Schlüsselspieler den Klub, die in der vergangenen Spielzeit 47 der 91 Pflichtspieltreffer der Hessen erzielten. Eine Quote von über 50%. Dass ein solches Duo nicht einfach so eins-zu-eins zu ersetzen ist, war den Frankfurter Machern bereits vorher klar. Die 110 Millionen Euro Ablöseentschädigung sind jedoch auch ein gewaltiges finanzielles Trostpflaster. Und Grundlage für zukünftige Investitionen. 


Die Büffelherde also zu zwei Dritteln verschwunden, und selbst der Verbleib des zurückgebliebenen Drittels ist nicht garantiert. Ante Rebic trägt sich wohl weiterhin mit Abwanderungsgedanken, und täglich landet eine neue Offerte aus Italien auf Hübners Schreibtisch. Jetzt soll neben Inter auch der AC Mailand seine Fühler nach dem 25-jährigen Kroaten ausgestreckt haben. 


Doch all diese personellen Unwägbarkeiten, die zu diesem Zeitpunkt der Saison auch absolut normal sind, können nicht in Gänze erklären, warum sich die SGE bei ihrem Pokal-Spiel bei den Waldhof-Buben so schwer tat. 


Hütter mit schonungsloser Analyse


Gegenüber dem kicker bemühte sich SGE-Coach ​Adi Hütter dennoch um eine schonungslose Analyse des Geschehens: "Wissen Sie, was mir gefehlt hat? Alles. Wirklich alles. Sowohl im Spiel mit dem Ball, als auch im Spiel gegen den Ball, die taktische Disziplin, die Leichtsinnigkeit bei Ballverlusten, so stelle ich mir das nicht vor. Auch wie wir ins Spiel gegangen sind: Das war träge, und das ist dementsprechend bestraft worden." 


Darüberhinaus bemängelte er auch ein Mentalitätsproblem: "Wir waren einfach zu lauffaul, die Räume zu schließen, die zweiten Bälle besser zu attackieren, deshalb sind wir hinten in Bedrängnis gekommen." Am Ende konnte es die Eintracht, vor allem Ante Rebic, doch noch richten: mit einem Hattrick binnen zwölf Minuten drehte der letzte Büffel die Partie von einem 2:3 in ein am Ende nicht unverdientes 5:3. 


Gegen die ​TSG Hoffenheim 1899 (Sonntag, 15.30 Uhr) wird die Eintracht aber schon von Minute eins an mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen müssen, wenn sie die drei Punkte in Frankfurt behalten will.