Nach dem ersten Pflichtspiel-Sieg im DFB-Pokal gab es für ​Werder noch eine hervorragende Neuigkeit. Der Transfer von Ömer Toprak würde nämlich perfekt gemacht, die Defensive somit erstklassig verstärkt. Das freut vor allem den SVW-Trainer, der allerdings noch mehr Transfers tätigen will.


Am Ende ging alles ziemlich schnell: Nachdem Werder Bremen zu Beginn der vergangenen Woche ein Interesse an Ömer Toprak bekundete, dauerte es bis zum Sonntag, als die Verpflichtung offiziell war. Für eine Leihgebühr von knapp 2,5 Millionen Euro stößt der Türke zu den Grün-Weißen. Nach der aktuellen Saison wird voraussichtlich eine Klausel greifen, wofür Werder weitere knapp 3,5 Millionen an den ​BVB überweist, um Toprak fest zu verpflichten.


Das Gesamtpaket ist also sehr clever gestaltet. Den Großteil der anfallenden Kosten kann Werder im nächsten Jahr tilgen, dafür hat man sich langfristig die Dienste eines hervorragenden Verteidigers gesichert. Ähnlich oder sogar noch besser sieht es der Werderaner Trainer Florian Kohfeldt, der von einem durch und durch gelungenen Transfer spricht: "Ömer hat seit Jahren auf höchstem Level gespielt, ist ein Innenverteidiger auf absolutem Topniveau und ein wirklich sehr, sehr großer Gewinn für uns", so der Übungsleiter imkicker.

Oemer Toprak

Kohfeldt schätzt Toprak als ideal Ergänzung ein



Toprak sei für den 36-Jährigen die Idealvorstellung. Denn als Rechtsfuß passt er neben Niklas Moisander perfekt in die Innenverteidigung. Allgemein kann der 30-Jährige mit enormer Qualität punkten. Über viele Jahre hinweg zeigte er in der ersten Liga starke Leistungen und fand nur in den letzten beiden Spielzeiten nicht so recht in die Spur. Doch mit seiner Erfahrung kann er dem jungen Kader umso mehr helfen.


Daran glaubt auch der Finne Moisander: "Toprak ist für uns eine Verstärkung." Mit dem 27-fachen Nationalspieler hat Werder nun nämlich in der Problemzone aufgerüstet. Die Ausfälle von Milos Vejkovic und Sebastian Langkamp hatten bereits für den Pokal Auswirkungen. Doch als reiner Ersatz ist er nicht eingeplant, jeder kann sich einen Stammplatz für den Verteidiger vorstellen.


Sahin macht Toprak auf Werder aufmerksam


Dass es den ehemaligen Dortmunder überhaupt an die Weser gezogen hat, hängt auch mit seinem ehemaligen Team-Kollegen Nuri Sahin zusammen.​ Denn dieser schwärmte im gemeinsamen Sommerurlaub von seinem neuen Klub und gab so die Initiative. Danach begannen die Verhandlungen zwischen dem Verteidiger und Werder, mit Erfolg: "Es hätte gar keine Werbung gebraucht. Ich hatte sehr gute Gespräche mit Florian Kohfeldt und Frank Baumann. Ich bekam von Tag zu Tag ein besseres Gefühl."

Nuri Sahin,Morgan Schneiderlin

Auch Nuri Sahin hat einen Anteil am Toprak-Transfer



Trotz der lange geglaubten Transferdürre in Bremen, konnte man sich also noch richtig verstärken. Doch für die kommende und intensive Spielzeit will sich Kohfeldt noch nicht zufrieden geben. Weitere Neuzugänge sollen für ihn folgen. Zwar sieht er sein Team schon gut gerüstet, doch am Limit ist der SVW noch nicht: "Wir sind eingespielt, vieles von dem, was wir trainieren, wird in den Spielen sichtbar. Auch körperlich sind wir in guter Verfassung, aber wir sind natürlich noch nicht bei 100 Prozent."


Seit Wochen soll allerdings noch ein Profi für die Außenverteidigung oder das zentrale Mittelfeld verpflichtet werden. Deswegen will Kohfeldt den Kader noch erweitern, daran hat sich auch nach dem Wochenende nichts geändert. Denn auf dem Weg nach Europa muss der Kader mit der Konkurrenz mithalten können. Die Ambitionen bei Werder stimmen also, nun muss die Aufbruchsstimmung auf den Platz übertragen werden.