​Die Knieverletzung von ​Leroy Sané (23) hat dem ​FC Bayern München einen dicken Strich durch die Transfer-Rechnung gemacht. Die angepeilte Blutauffrischung auf den Flügeln nach dem Weggang der jahrelangen Flügelzange "Robbery" (Arjen Robben und Franck Ribéry) ist damit jäh gestoppt. Der Markt wird jetzt für die Münchener nicht unbedingt einfacher - erste Stimmen fordern sogar eine Rückholaktion des Franzosen. 

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Der, mit nunmehr 36 Jahren auf dem Buckel, wollte sich eigentlich einen ruhigen Lenz im arabischen Fußball machen und seine Karriere langsam ausklingen lassen. 

Doch die Notsituation bei "seinem" FC Bayern könnte ihn durchaus noch mal zum Umdenken verleiten. Bislang haben sich die Bayern-Offiziellen in dieser Personalie bedeckt gehalten. Zu groß ist noch der Sané-Schock. 


Ungewöhnliche Situationen fordern ungewöhnliches Handeln


Ein Rückgriff auf einen eigentlich schon aussortierten Spieler würde natürlich auch als Eingeständnis eigener Fehler und Unzulänglichkeiten in der Kaderplanung und bei den diesjährigen Transferaktivitäten gewertet werden. Dennoch: ungewöhnliche Situationen fordern ungewöhnliches Handeln. Die Verantwortlichen beim deutschen Rekordmeister sollten sich jetzt ganz genau überlegen, ob sie ihren Stolz nicht besser hintanstellen und den Franzosen nochmal reaktivieren. 


In der vergangenen Spielzeit kam der Routinier immerhin noch auf 25 Bundesliga-Einsätze (10 von Anfang an), konnte dabei sechs Treffer erzielen und deren vier auflegen (kicker). Sicherlich nicht die schlechtesten Werte, wenn man das Alter des Franzosen berücksichtigt. Ein aus der Torschlusspanik heraus getätigter Schnellschuss auf dem Transfermarkt würde in jedem Fall teurer werden - und die Garantie, an die von Ribéry erzielten Werte der vergangenen Spielzeit zu kommen, ist damit auch nicht gegeben. Bisweilen ist der Spatz (und damit soll ein Franck Ribéry nicht kleiner gemacht werden, als er ist) in der Hand wertvoller, als die Tauben auf dem Dach.


Möglich wäre auch eine Teilzeitlösung. Dergestalt, dass man Ribéry einen Halbjahresvertrag (großzügig dotiert) bis zur Winterpause anbietet. 

In diesem Zusammenhang wäre auch eine Verpflichtung Sanés noch in diesem Transfer-Sommer denkbar. 

Selbst wenn er bis zum Winter nicht zurück aufs Spielfeld kommen sollte - man hätte ihn schon mal in den eigenen Reihen. Zumal die aktuelle Verletzung seinen Preis logischerweise schmälert. Also: Sané trotz allem für vielleicht knapp unter 100 Millionen Euro festzurren und seinen Back Up (Ribéry) kurzfristig reaktivieren. Das könnte die Strategie der Münchener sein, um auf die letzten Nackenschläge zu reagieren.